MtG Geheimnisse von Strixhaven Review – Küchentisch Magic

von David 07.05.2026

Mit MtG Geheimnisse von Strixhaven hat der Unterricht begonne und es geht zurück zur Universität Strixhaven und deren fünf Fakultäten.

Die Veröffentlichung der Edition Geheimnisse von Strixhaven am 24.6.2026 ist die direkte Fortsetzung des ursprünglichen Strixhaven: Akademie der Magier-Sets aus dem Jahr 2021. Loretechnisch gehen wir zurück auf die Welt Arcavios, um die akademischen und magischen Tiefen der renommiertesten Universität des Multiversums weiter zu erforschen. Klarerweise handelt es sich dabei um eine klassische Magic-Edition im eigenen Universum und nicht um ein externen Franchise im Universes Beyond, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, die Fakultäten genauer unter die Lupte zu nehmen. Die Identität von Strixhaven basiert nämlich auf der Dualität der gegensätzlichen Farbenpaare, die in den fünf Fakultäten zum Ausdruck kommen. In Geheimnisse von Strixhaven wurde jeder Fakultät eine spezifische Mechanik zugewiesen, welche die jeweilige wissenschaftliche Disziplin widerspiegelt.

Silverquill (Silberkiel): Repartee (Schlagfertigkeit) und die Macht der Eloquenz

Die Fakultät Silverquill (Weiß-Schwarz) widmet sich den Geisteswissenschaften, der Rhetorik und der Poesie. Ihre Magie manifestiert sich in der neuen Mechanik Repartee, die speziell für diese Edition entwickelt wurde. Die Fähigkeit wird immer dann ausgelöst, wenn ein Spieler einen Zauberspruch wirkt, der eine Kreatur als Target (Ziel) wählt. Ein gutes Beispiel ist dafür Tadelnder Hausmeister und ich muss sagen, mir gefällt diese Art von Karte und auch ihr Name.

Immer wenn ihr einen Spotanzauber oder eine Hexerei spielt und damit eine Kreatur targeted, dann könnt ihr eine +1/+1-Marke auf diese Kreatur legen. Das cool an Hausmeister ist, dass selbst wenn ihr Removal auf eine gengerische Kreatur spielt, ihr durch seinen Effekt den Counter einfach auf eine eigene Kreatur legen könnt. Die mechanische Umsetzung unterstreicht die Philosophie von Silverquill: Worte können aufbauen oder zerstören, und die kluge Wahl des Ziels ist der Schlüssel zum Erfolg. Das finde ich schon mal ziemlich cool. Dadurch haben sich Karten wie die Elite-Abfängerin als besonders synergetisch herauskristallisiert.

Dabei sehen wir auch gleich die zweite Mechanik, die Prepared-Mechanik (Vorbereitet) mit der die Karte das Spielfeld betritt und somit einen integrierten Zauberspruch besitzt, der oft selbst wieder Repartee-Trigger auslösen kann, was sie zu einer effizienten Karte macht. Ebenso gilt die Sezier-Übung als eine der coolsten Erweiterungen für Standard-Decks, da sie hocheffizient Lebenspunkte entzieht und gleichzeitig eigene Kreaturen stärkt, wodurch sie verlässlich Repartee-Fähigkeiten befeuert und das Spieltempo diktiert.

In der Spielpraxis hat sich Silverquill durch diese hohe Dichte an Interaktionen als äußerst schlagkräftig im Standard Format erwiesen, wo sie hocheffiziente Midrange-Strategien unterstützt. Im Limited-Umfeld gilt Repartee als eine der besten Optionen für aggressive Decks, da sie das natürliche Ausspielen von Removal und Schutzzaubern mit massiven Feld- und Tempovorteilen belohnt. In den sehr schnellen, ewigen Formaten wie Modern ist der Einfluss von Repartee natürlich deutlich geringer, da dort oft die Zeit fehlt, um über mehrere Züge hinweg Synergien durch das Anzielen eigener Kreaturen aufzubauen, während man gegen extrem effiziente Kontrollsprüche bestehen muss.

Prismari: Opus und die Monumentalität der Kunst

Prismari (Blau Rot) repräsentiert die bildenden und darstellenden Künste. Diese Fakultät dreht sich um „Big Mana“ und gewaltige Zaubersprüche. Sie nutzen Treasures (Schatz-Spielsteine), um schnell an viel Mana zu kommen, um dann riesige Spontanzauber und Hexereien abzufeuern, die das Spiel schlagartig beenden können. Ihre Magiekunst-Auslöser belohnen oft genau dieses Wirken von teuren Sprüchen. Während das erste Strixhaven-Set den Fokus auf das Kopieren von Zaubersprüchen legte, führt Geheimnisse von Strixhaven die neue Mechanik Opus (Opus) ein, die als Innovation dieses Sets gilt. Opus-Fähigkeiten werden ausgelöst, wenn ein Spontanzauber oder eine Hexerei gewirkt wird, und bieten einen signifikant stärkeren Effekt, wenn für diesen Zauber fünf oder mehr Mana ausgegeben wurden.

Jedes Mal, wenn ein Spieler einen Zauberspruch wirkt, erhält die Maestra eine +1/+1-Marke. Wurde für diesen Spruch jedoch ein „Opus“ von fünf oder mehr Mana gezahlt, generiert sie zusätzlich rotes Mana, was das Ausspielen weiterer Zauber in derselben Runde massiv erleichtert.Aber auch wenn ihr Opus nicht immer aktiviert gibt es cool neue Karten wie diese beiden für Aggro Strategien:

Während Opus im Commander-Format aufgrund der dort üblichen hohen Manamengen sehr beliebt sein dürfte, findet sie in Standard wahrscheinlich nicht viel Anwendung, da die Kosten meist zu hoch für das dortige Metagame sind. In Commander könnt ihr aber Blau und Rot sehr gut kombinieren. Mit dem Campus-Komponist könnt ihr mit seiner Hexerei Opus gleich mehrfach auslösen und erhaltet dadurch viel zusätzliche Ressourcen.

Den Emeritus der Ideenfindung finde ich besonders cool, denn sein Spontanzauber aber auch er selbst sind sehr mächtig.

Auch außerhalb dieser Falkutät lassen sich Karten finden, die damit coole Synergien aufweisen:

Übringens finde ich auch den Namen Abartiger Manawurm ganz großartig. Ich spiele schon seit meiner Kindheit Magic und auch wenn die deutschen Namen manchmal merkwürdig sind, finde ich sie irgendwie sehr passend und deutlich besser als z.B. Karten mit Spider-Man oder Turtles Charakteren.

Witherbloom: Infusion und der Kreislauf der Lebenskraft

Die Fakultät Witherbloom (Schwarz Grün) befasst sich mit den Naturwissenschaften, insbesondere der Biologie und der Alchemie von Leben und Tod. Ihre neue Mechanik Infusion (Infusion) nutzt den Zuwachs von Lebenspunkten als Katalysator für zusätzliche Effekte. Karten mit Infusion gewähren Boni oder lösen Fähigkeiten aus, sofern der Spieler in demselben Zug bereits Lebenspunkte dazu erhalten hat.

In Limited-Format gilt Infusion als die schwächste Fakultäts-Mechanik, da sie sehr spezifische Schlüsselkarten benötigt und anfälliger für Störungen ist. Es ist in Constructed einfach zu selten garantiert, wirklich jede Runde Leben dazuzuerhalten. Dafür ist das Commander Format natürlich besser geeignet und es gibt ein paar witzige, wenn auch clunky Commander (zu den Precon Decks kommen wir später noch):

Es ist endlich auch mal Zeit für ein Schädlings-Insekten-Ophis-Deck!

Lorehold: Flashback und die Erforschung der Historie

Die Fakultät Lorehold (Rot Weiß) widmet sich der Archäologie und Geschichtsforschung. Geheimnisse von Strixhaven greift hierfür auf die bereits seit langem bekannte und klassische Mechanik Flashback (Rückblende) zurück, die es ermöglicht, Zaubersprüche aus dem Friedhof erneut zu wirken.

Dies passt meiner Meinung nach perfekt zum Thema der Erforschung alter Relikte. Flashback ist eine universell starke Mechanik, die in fast jedem Format Relevanz besitzt, da sie faktisch für Kartenvorteil sorgt. In Modern verleiht sie rotbasierten Spellslinger-Decks enorme Flexibilität, während sie in Standard und Pioneer die Grundlage für wertorientierte Midrange-Decks bildet. Auch im Commander-Format ist Flashback unverzichtbar, da es Lorehold ermöglicht, Ressourcen aus dem Friedhof zu ziehen und dadurch Mehrwert zu generieren. Und wenn ihr schon dabei seid und Karten aus eurem Friedhof (danke an die Farbe Weiß) wieder zu wirken, dann hilft Hartgesottener Akademiker euch dabei, diese auch wirklich in den Friedhof zu bekommen.

Wirkt ihr dann von dort Karten, dann wird die Kreatur noch umso stärker. Für gerade einmal zwei Manakosten könnte ich mir vorstellen, dass diese auch in Standard in das eine oder andere Deck finden wird. Wer hingegen in Commander ein richtig schönes Go-Wide Deck spielt und genügend Kreaturen am Feld hat, wird sich über Aziza, Magierturm-Kapitänin freuen.


Quandrix: Increment und die Mathematik des Wachstums

Quandrix (Grün Blau) ist die Fakultät der Numeromantie. Die neue Mechanik Increment (Inkrement) wurde für dieses Set eingeführt und ähnelt in ihrer Logik der bekannten Evolve-Mechanik. Sie belohnt den Spieler mit +1/+1-Marken, wenn ein Zauberspruch gewirkt wird, für den mehr Mana ausgegeben wurde, als die jeweilige Kreatur derzeit an Stärke oder Widerstandskraft besitzt.

Im Limited-Format gilt Increment als sehr solide, da es Quandrix-Spielern erlaubt, ihre Kreaturen im Spielverlauf organisch wachsen zu lassen. Im Commander-Format harmoniert die Mechanik hervorragend mit X-Zaubersprüchen. Das merken wir uns schon mal vor für den noch kommenden Precon Teil dieses Reviews.Für Formate wie Modern ist Increment jedoch in der Regel zu langsam und zu stark von Kreaturen abhängig, weshalb sie dort kaum einen nennenswerten Einfluss hat.

Mechaniken in der Universität

Ich finde die Mechaniken und auch die Fakultäten super, denn einerseits verbinden sie Lore mit klassicher Spielmechanik sehr gut und andererseits geben sie ein paar neue Impulse für einige Deck Archetypen mit. Allerdings sind wir noch gar nicht ganz fertig, denn auch außerhalb der Fakultäten hat sich etwas getan. Es gibt fünf Hexereien, die quasi die Freifächer der Universität darstellen, die das gesamte Semester lang andauern und einfach nicht mehr weggehen wollen:

Diese Hexereien sind zwar ganz schön teuer, jedoch können sie in langsamen Formaten wie Commander spielentscheiden sein, da ihr sie in jeder ersten Mainphase wieder gratis spielen könnt. Wenn ihr mit der Hauptphase auch noch ein bisschen rumtricksen könnt und davon mehrere habt, ja dann habt ihr wirklich einen deutlichen Mehrwert, der spielentscheidend sein könnte. Loretechnisch passt dazu ebenfalls gut Prepared (Vorbereitet), was wir schon gesehen haben. Die neuen Karten dazu bieten Zugang zu einem umfangreichen Repertoire berühmter Beschwörungen aus der Vergangenheit und bald berühmter Zaubersprüche aus der Gegenwart.

Auch wenn sich die Fakultäten meist stark auf ihre eigenen Fachgebiete fokussieren, kann es für sie vorteilhaft sein, den Blick darüber hinaus zu richten. Die bereits bekannte Fähigkeit Converge (Konvergenz) bezieht sich auf die Anzahl unterschiedlicher Manafarben, die beim Wirken eines Zauberspruchs eingesetzt wurden. Bei Permanenten zählt entsprechend die Zahl der Manafarben, die verwendet wurden, um den Zauber zu wirken, aus dem dieses Permanent hervorgegangen ist.

Als letzte, eher kleine Neuerung gibt es den Artefakt-Untertyp Book (Buch).

Eine Sache habe ich euch aber noch vorenthalten, die zu Strixhaven dazugehören. Es handelt sich dabei zwar um keine Mechaniken, aber die Ältesten Drachen, nach denen die Fakultäten benannt wurden.





Ich finde alle fünf sehr gelungen und auch vom Design her wirklich gut gemacht. Neben all den neuen Mechaniken haben auch diese fünf einiges zu bieten, wobei mir persönlich Blütenwelk am besten gefällt. Ich finde es irgendwie cool, dass es einerseits Spellslinging ist und auf der anderen Seite aber viele Kreaturen am Feld haben will. Klarerweise kann aber mit Prismaris Storm– (Sturm)-Fähigkeit am meisten Schindluder getrieben werden und wohl die mächtigsten Züge eingeleitet werden. Wenn dann jede/r Hexerei und Spontanzauber Storm hat und den Storm-Counter auch noch rauftreibt, dann stelle ich mir das maximal tödlich vor. Alles in allem wird in MtG Geheimnisse von Strixhaven sehr viel geboten.

Commander Precons

Apropos viel geboten, durch die fünf Fakultäten gibt es auch fünf Commander Precons.

Die Decklisten zu allen Decks findet ihr hier. Nachfolgend im Schnelldurchlauf zeige ich euch mal die jeweiligen Facecommander.

Silberkiel-Charisma

Prismari-Kunstfertigkeit

Blütenwelk-Pestilenz

Kundhort-Geist

Quandrix ohne Limit

Ich möchte auf letztgenanntes Deck und Zimone, genauer eingehen, denn ich bin simpel gestrickt und finde auch X-Zaubersprüche irgendwie witzig. Zimone ist nicht besonders einfallsreich, wirkt aber dennoch stark genug. X-Zauber legen +1/+1-Marken auf sie, wodurch nachfolgende X-Zauber günstiger werden, und so weiter. Außerdem könnt ihr andere Quellen für Marken nutzen, um eure besten Zauber deutlich zu verbilligen. Im gesamten Deck befinden sich 19 Zaubersprüche mit X-Manakosten und noch ein paar weitere mit X-Fähigkeiten. Klar ist Zimone ein großes Target, aber wenn sie mal gelassen wirst, finde ich es einfach ziemlich cool mit Zaubersprüchen wie Einblick des Kommandeurs sehr viele Karten ziehe, mit Mutierende Biomasse mein gesamtes Board für einen finalen Schlag ready mache (und das als Spontanzauber) oder allerlei Hydren oder dem Hangar-Schreiter riesige Kreaturen beschwören und mit +1/+1 Marken herumspielen.

Besonders cool finde ich die Karte Yavimaya-Blütenweise.

Nicht nur ist sie als Kreature für Zimone sehr synergetisch, sie bringt mit ihrer Hexerei den aus guten Gründen heraus gebannten Zauberspruch Channel zurück. Das wirkt wie ein fairer und guter Weg diese Karte zurück zu bringen und finde ich designtechnisch geschickt gemacht. Auch das Messing-Infiniskop finde ich als Idee für ein X eine nette Idee für einen Manarock im gesamten Universitätskontext.

Natürlich nicht übermäßig stark, aber irgendwie hat dieses Deck trotz der eigentlich etwas ausgelutschten +1/+1 Counter Mechanik etwas und das heißt wirklich was.

MtG Geheimnisse von Strixhaven Fazit

MtG Geheimnisse von Strixhaven ist für mich richtig gut gelungen. Es ist einerseit Umfangreich durch die vielen Mechaniken und gleichzeitig hat man damit aber auch die Fakultäten sehr gut abgebildet. Ich hatte schon lange keine Edition mehr, wo ich so gerne die Kartengalerie durchgesehen habe. Die Artworks sind super gelungen und entsprechen auch dem „echten“ Magic-Spirit. Spielerisch gibt es auch sehr viel neue, spannende und kleinere, sinnvolle Erweiterungen für interessante Deckideen. Umfang, wie auch die Qualität, sowohl spielerisch als auch das Aussehen der Karten sind für mich hervorragend gelungen, weshalb MtG Geheimnisse von Strixhaven eines meiner Highlights des Jahres ist.

Benachrichtigungen
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Kommentare
neuste
älteste
Inline Feedbacks
View all comments