Assassin’s Creed Black Flag Resynced (Test): Eine Legende nun noch besser?
Nach 13 Jahren kehrt mit Assassin’s Creed Black Flag Resynced eines der beliebtesten Spiele der Reihe zurück. Dabei erwartet uns ein Wiedersehen mit einem der charismatischsten Charaktere der Videospielgeschichte und einem der beliebtesten Schauplätze der Serie. Aber auch zahlreiche Neuerungen, Verbesserungen und eine frisches Abenteuer, das den Geist des Originals bewahrt. Es bleibt nur eine Frage: Ist das Karibikabenteuer mit so vielen Veränderungen weiterhin legendär?
Die Karibik ruft erneut
Das Originalspiel entführte uns bereits im Oktober 2013 in die Karibik des 18. Jahrhunderts. Wir begleiten den walisischen Piraten Edward Kenway, der auf der Suche nach Ruhm und Reichtum ist. Nachdem ihn seine Abenteuer zufällig in den uralten Konflikt zwischen Assassinen und Templern ziehen, gerät er in eine Verschwörung rund um einen geheimnisvollen Ort. Während Edward mit berühmt berüchtigten Figuren zusammenarbeitet, erlebt er den Aufstieg und Fall des Goldenen Zeitalters der Piraterie und entwickelt sich vom egoistischen Freibeuter zu einem Mann, der Verantwortung und Freiheit höher schätzt als Gold.
Die lebendige Darstellung des Piratenlebens macht Black Flag bis heute zu einem der beliebtesten Spiele der Assassin’s Creed Reihe. Da viele von uns Edwards Reise miterlebt und die karibische Seeluft geatmet haben, werde ich nicht ausführlich auf die inzwischen dreizehn Jahre alte Geschichte eingehen. Stattdessen werfen wir einen genauen Blick auf die zahlreichen Veränderungen und Verbesserungen, die Resynced mit sich bringt.
Unter dem Codenamen Obsidian kursierten in den vergangenen Jahren immer wieder Gerüchte über ein vollständig überarbeitetes Remake des Studios Ubisoft Singapur. Das Team scheint zahlreiche grafische Elemente aus Skull & Bones sowie die neuesten Weiterentwicklungen der Anvil Engine, die zuletzt Assassin’s Creed Shadows antrieb, genutzt zu haben, um dem Karibik-Abenteuer neues Leben einzuhauchen. Nach langer Stille enthüllte Ubisoft Resynced schließlich im April offiziell. Über die letzten Wochen gab es absolut geniales Marketing. Und nun tauchen wir erneut in das tropische Abenteuer der Assassinen ein.
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Nicht alles bleibt gleich
Das vollständig überarbeitete Black Flag Resynced hat sich zur Aufgabe gemacht, das Original zu verbessern und damalige Schwächen auszubessern.
Die damalige Steuerung sowie einige Gameplay-Ideen und Missionen sind aus heutiger Sicht stark gealtert und wirken teilweise monoton. Das Remake überarbeitet insbesondere das Kampfsystem deutlich und verbessert auch das Stealth-Gameplay leicht. Die Spielwelt und damit die Erkundung wurden erweitert. Der Parkour wurde verfeinert und orientiert sich stärker am aktuellen System. Die Geschichte wird an einigen Stellen ausgebaut, an anderen hingegen gestrafft. Insgesamt wurden somit alle fünf Säulen von Assassin’s Creed mit viel Zeit und Aufwand überarbeitet.
Also muss Assassin’s Creed Black Flag Resynced nun perfekt sein, oder?
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Assassinen-Pirat statt Büro-Akrobat
Seit Shadows findet die Gegenwartsstory im Animus-Hub statt. Mit dem Remake will Ubisoft an diese Neuausrichtung anknüpfen. Deshalb konzentriert sich Resynced hauptsächlich auf eine Geschichte: die von Edward Kenway.
Dafür wurden alle Gegenwarts- und Abstergo-Abschnitte gestrichen. Kein großer Verlust, da sich die Aufgaben im Abstergo-Büro meist auf das Lesen von E-Mails und Lösen kleiner Computer-Rätsel beschränken. Vor allem unterbrechen diese Passagen im Original nicht nur Edwards Geschichte, sondern sind auch sehr langsam und bremsend gestaltet.
Seit Desmonds Tod ist die Modern-Day-Story ohnehin nicht mehr besonders fesselnd. Auch wenn im Original Figuren wie der Weise und Juno noch eine Rolle spielen. Die Entwickler können solche Momente irgendwann problemlos neu aufgreifen und in spannenden Filmsequenzen im Animus-Hub erzählen. Während zusätzliche Informationen und Easter Eggs in Animus-Dokumenten versteckt werden.
Die einzige Verbindung zum Animus sind sammelbare Daten-Fragmente und vereinzelte Animus-Risse. Diese vier Risse sind verzerrte, kreative Level die alternative Geschichten von Edward und seinen Freunden erzählen.
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Das Streben nach dem Leben
Edward ist nach Ezio einer der beliebtesten Charaktere der Assassinen – obwohl wir nur ein Spiel mit ihm haben. Es ist spannend, die Geschichte eines einfachen Mannes zu verfolgen, der nur das Beste für sich, seine Frau und seine Gefährten anstrebt. Figuren, die handeln, wie wir handeln würden, sagen, was wir sagen würden, und ähnliche Fehler sowie Fragen mit sich tragen, sind oft die faszinierendsten.
Edwards charismatischer Charakter erhält im Remake zudem ein paar neue Facetten. Durch zusätzliche Momente, Missionen und Sequenzen mit bekannten Freunden und Familienmitgliedern. Ja, Familie – zwar nicht im Sinne von Sohn Haytham, sondern in Form neuer Szenen mit seiner Frau Caroline. Darüber hinaus bekommen auch beliebte Figuren wie Bonnet und Blackbeard zusätzliche und vertiefende Momente.
Insgesamt lohnt sich dieses neue Abenteuer gleich doppelt: durch neue Inhalte und Storymomente sowie deutlich verbesserte Grafik und modernisierte Gameplay-Elemente.
Stimmen der Vergangenheit
Im Englischen schlüpft natürlich wieder Matt Ryan in den Piratenanzug. Die Rolle von Edward Kenway bereichert er mit neuen Motion Capture und Voice-Acting Szenen. Genau so erfreulich ist, dass die deutschen Originalsprecher für die neuen Arbeiten zurückkehren. Tobias Kluckert als Edward war mir persönlich sehr wichtig, da ich bin mit der seiner Darstellung aufgewachsen bin. Andererseits war das zu erwarten, bei einer Umbesetzung hätte man sonst alle alten Tonaufnahmen neu synchronisieren müssen.
Einige Figuren gefallen mir im Deutschen sogar besser als im Englischen. So hat im direkten Vergleich Blackbeard im Englischen eine eher zu sanfte Stimme. Während er im Deutschen von Klaus Dieter Klebsch gesprochen wird, der auch in Fluch der Karibik die gleiche Rolle mit markant rauem Ton übernommen hat. Ich freue mich sehr bekannte Stimmen in den neuen Missionen zu hören. Beispielsweise Oliver Stritzel als Adéwalé, Luisa Wietzorek als Anne Bonny, Sven Hasper als Stede Bonnet.
Nur eine komische Sache ist mir aufgefallen: Manchmal hat Charles Vane eine andere Stimme, die Hornigolds ähnelt – vielleicht ist bei der Aufnahme neuer Zeilen etwas durcheinander gekommen obwohl das in einer originalen Mission passiert ist.
Eine vollständige Liste aller Sprecher von Black Flag findet sich hier: https://spielestimmen.de/spiele/assassins-creed-iv-black-flag/
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Optisch, Technisch und mehr
Die beeindruckendste Veränderung fällt bereits im ersten Augneblick auf. Black Flag Resynced erreicht ein atemberaubendes visuelles und technisches Niveau. Jede einzelne Szene dieser Welt beeindruckt mit unglaublichem Detailgrad, satten Farben und einer enormen Lebendigkeit. Eine leichte Brise weht durch die Palmen, tropische Vögel flattern umher und kleine Krebse bewegen sich am Strand. Und das beschreibt nur die erste Szene. Auf hoher See füllen sich die Segel im Wind, Wellen brechen unter dem Schiff und die Crew geht ihren Aufgaben nach. Später in Havanna spürt man die vollen Straßen, die farbenfrohen Fassaden und den geschäftigen Hafen.
Zusätzlich zeigen sich nach und nach zahlreiche kleine Verbesserungen. Vom offenen Meer kann man nun direkt im Hafen anlegen, ohne lästige Ladezeiten. Eine Schnellreise zum Schiff ist von überall möglich. Die allgemeine Benutzeroberfläche wurde cinematisch angepasst. Statt einer klassischen Minimap gibt es nun einen Kompass, und Icons erscheinen im schwarz-weißen Stil. Das Menü wurde vollständig im Stil von Shadows überarbeitet. Selbst die Weltkarte präsentiert sich nun in einem farbenfrohen, isometrischen 3D-Stil, der deutlich eindrucksvoller wirkt.
Das Beste aus allen Welten
Im Vergleich zum Original haben die Entwickler das Kampf- und Parkour-Gameplay deutlich überarbeitet. Auch das Stealth-System ist leicht angepasst, eben alles auf Basis der Technologien aus Shadows. Einige Animationen aus Shadows sowie überraschenderweise auch markante Attentatsanimationen aus Unity finden ihren Weg ins Remake. Gleichzeitig ergänzen sich Finisher aus dem Original sowie komplett neue, Kenway-typische Moves. Leider fehlen durch die Modernisierung aber auch kleine Details aus dem Original. Beispielsweise looted Edward jetzt mit einer schnellen Handbewegung, statt sich hinunter zu beugen & in seichtem Wasser joggt er nicht mehr so realistisch wie früher.
Im Grunde übernimmt Ubisoft Singapur viele Systeme aus Shadows und den letzten Updates und verfeinert sie. Diesmal sind zahlreiche Quality-of-Life- und Accessibility-Features von Beginn an integriert. Parkour-Moves, optische Anpassungen der Ausrüstung (Transmog), das Abwarten der Zeit durch Meditation, individuelle Schwierigkeitsgrade für verschiedene Bereiche. Die gesparte Zeit, um von Null zu beginnen, wird sinnvoll genutzt, um bestehende Mechaniken zu erweitern und zu verbessern.
Entwickler. Gemeinsam. Stark.
Da Black Flag Resynced auf der aktuellen Version der Anvil Engine basiert und auf Shadows aufbaut, können die Studios endlich effizient zusammenarbeiten. Damit wird einer der größten Kritikpunkte der Vergangenheit beseitigt, dass die verschiedenen Teams offenbar kaum miteinander kommuniziert haben.
Alles wirkt nun wie aus einem Guss und deutlich durchdachter. Innerhalb des Kernteams soll auch etwa die Hälfte der Entwickler bereits am Original beteiligt gewesen sein. Ubisoft Singapur war damals hauptsächlich für die Seeschlachten zuständig. Auch Darby McDevitt, heute Narrative Director des Franchises, damals Lead Writer, hat zwei neue Szenen für das Remake geschrieben. Insgesamt sollen rund sechs Stunden neuer Inhalt hinzugekommen sein, darunter auch ein Epilog, der ursprünglich für das Hauptspiel geplant war.
Neben der erweiterten Geschichte wurde auch die Karte der tropischen Karibik verbessert. Nicht nur optisch sondern auch inhaltlich wurde einiges hinzugefügt. Städte und bekannte Inseln wurden überarbeitet, und zusätzlich können nun zahlreiche kleinere Inseln erkundet werden. Neue Schätze, Missionen und Gefahren warten an Orten, die früher nur Kulisse waren. Und nicht nur über Wasser gibt es Neues zu entdecken, aber dazu später mehr…
Alles in allem zeigt sich im Vergleich zum Original deutlich, wie weit sich die Reihe in den letzten 16 Jahren entwickelt hat.
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Der richtige Hieb führt zum Sieg
Eine Tatsache, die viele freuen dürfte: Black Flag Resynced bleibt ein Action-Adventure. Das neue Kampfsystem wurde dementsprechend systematisch und durchdacht gestaltet. Das stylische, aber spielerisch wenig fordernde Kontersystem des Originals gehört der Vergangenheit an. Ersetzt wurde es mit einem grundlegend überarbeiten Kampfsystem, dass sich unter anderem an kreativen Fan-Videos der damaligen Zeit orientiert.
Edward nutzt nun Kombinationen aus leichten und schweren Angriffen, um die Verteidigung seiner Gegner zu durchbrechen und anschließend spektakuläre Finisher auszuführen. Zudem verfügt er über einen neuen Ausweichangriff, der bei präzisem Timing zusätzlichen Schaden verursacht.
Die Doppelschwerter dienen weiterhin als Hauptwaffe, doch diesmal gibt es etwas mehr Vielfalt: Der Rapier durchbohrt einzelne Gegner gezielt, während das Entermesser mit einem Schwung mehrere Feinde trifft. Ganz speziell ist das Pistolenschwert, das zwei Schüsse abgeben kann und entweder einen einzelnen Gegner fokussiert oder den Schaden auf zwei Ziele verteilt. Damit ist die permanete Waffenauswahl nun größer, gleichzeitig ist es aber leider nicht mehr möglich Feinde zu entwaffnen und jene Waffen dann temporär zu nutzen (Äxte, Wurfmesser, Musketen…).
Auch der Faustkampf ist nur noch in Barschlägereien möglich, und die versteckte Klinge dient leider ausschließlich als tödlicher Takedown und nicht mehr als eigenständige Waffe. Wird die Verteidigung eines Gegners durch mehrere Angriffe gebrochen, kommt die versteckte Klinge zum Einsatz. Befinden sich Gegner nahe an Wänden oder am Boden, werden ebenso entsprechende Finisher ausgelöst. Eine Sache bleibt dann aber doch fast wie früher: Perfektes Parieren löst eine Kette von Takedowns aus, die bis zu vier Gegner ausschalten kann. Ein Move, der an die damals schier endlosen Ketten-Takedowns erinnert.
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Ein Trick für jeden Augenblick
In Resynced erfordern bestimmte Situationen gezielte Vorgehensweisen: Taktische Hilfsmittel wie Pistole oder Seilpfeil fungieren nun als aktive Fähigkeiten und werden gezielt eingesetzt, um Gegner in die Knie zu zwingen. Der Seilpfeil wird deshalb schon früher freigeschaltet (Sequenz 3 in Resynced statt Sequenz 11 im Original). Zudem wurde seine Funktion erweitert: Gegner können nicht nur auf Augenhöhe herangezogen, sondern auch von Dächern gezogen werden. Leider wurde dafür bei den Hang-Man-Attentaten etwas verändert. Der originale, actionreiche Move wo Edward Wachen mit dem Seilpfeil aufhängt und sie gleichzeitig als Gegengewicht nutzt um elegant auf den Boden zu springen gibt es jetzt nicht mehr. Beim neuen Trick knüpft Edward Feinde langsam auf und bleibt oben auf dem Ast.
Hinzu kommen zwei neue körperliche Fähigkeiten: Der Tritt bringt Gegner ins Taumeln und der Beinfeger wirft sie zu Boden. Diese vier Aktionen bilden die vier einsetzbaren Fähigkeiten, die seit Odyssey fester Bestandteil sind. Somit hat man für verschiedene Gegnertypen stets die passende Strategie parat.
Neben bekannten Typen wie Säbelkämpfer, Axt-Grobian, Späher, Musketenschütze und Kapitän gibt es nun einen neuen Gegnertyp. Der Demolitionist sorgt mit explosiven Angriffen für neuen Schwung. Da alle Wachen intelligenter agieren, wirken die Gefechte insgesamt frischer und herausfordernder. Gegner fallen nicht mehr auf wiederholte Angriffsmuster herein, sodass man Strategie und Moves variieren muss.
Zu meinen Highlights zählen die Doppel-Konter-Finsiher-Moves sowie der extrem coole Vierfach-Pistolenschuss, die beide zurückkehren und spektakulärer denn je wirken. Wobei die Doppel-Konter relativ schwer auszuführen ist weil man zwei Gegner zur gleichen zweit durch parieren ins taumeln bringen muss. Die greifen aber immer einzeln an und sind nur ein paar Sekunden verwirrt, also bietet sich diese epische Möglichkeit fast nie.
Es ist zwar schade, dass die versteckte Klinge und der Faustkampf nicht mehr als eigenständige Angriffsoptionen fungieren, doch das neue Kampfsystem ist insgesamt sehr gelungen und ein deutliches Upgrade gegenüber dem Original. Die Einbindung aktiv nutzbarer Skills macht das Gameplay deutlich dynamischer: Wir entscheiden selbst, welcher Move als Nächstes kommt – mit dem Risiko, dass der Gegner doppelt so stark zurückschlägt. Da würde ich mir sogar noch ein paar mehr auswahlbare Fähigkeiten wüschen, um noch mehr Abwechslung zu ermöglichen. Trotz der Orientierung an den epischen Kombo-Videos von damals, kann man keine man keine coolen Kombinationen mehr machen, weil man keine Waffenarten und eingeschränktere Angriffmoves hat. Macht euch also auf brachiale Kämpfe gefasst, die immer noch episch ablaufen aber nach einiger Zeit ein bisschen abwechslungsarm sind und nicht mehr so viel Flow wie im Original haben.
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Schleich dich besser
Bevor es überhaupt zur Keilerei kommt, nutzt man die Fähigkeiten eines Assassinen – und dank einer Neuerung diesmal besser denn je.
Herr Kenway kann nun jederzeit in die Hocke gehen und sich dadurch deutlich geschickter umherschleichen. Ein essenzieller Bestandteil des modernen Stealth-Gameplays, der tatsächlich erst mit Assassin’s Creed Unity eingeführt wurde. Kaum zu glauben, dass man sich in den frühen Assassin’s-Creed-Titeln nicht einmal hinter einer Mauer ducken konnte. Nachts und bei Regen ist man im geduckten Zustand dann noch schwerer zu entdecken.
Die aus Shadows bekannten Licht- und Schattenmechaniken, bei denen wir Lichtquellen gezielt ausschalten und anschließend in völliger Dunkelheit verschwinden können, sowohl die Möglichkeit sich komplett auf den Boden zu legen, fehlen allerdings. Die Entwickler haben klassische Hilfsmittel für Kampf und Stealth ebenfalls an die moderne Steuerung angepasst. Rauchbomben lassen sich nun gezielt werfen. Das Blasrohr mit Schlaf- oder Berserkerpfeilen erreicht weiter entfernte Ziele. Und der Seilpfeil erlaubt freies zielen.
Was jedoch etwas negativ auffällt: Edward schient ein wenig in die Jahre gekommen zu sein, was bei Sprint-Attentaten auffällt. Nach dem Kill bleibt, er stehen anstatt – wie früher – lässig weiterzulaufen. Hinzu kommt ein weiteres Problem, das die Community bereits bei Shadows diskutierte: der abrupte Kamerawechsel bei Doppel-Attentaten. Egal ob aus der Luft oder im Sprint – dieser Kameraschnitt nimmt dem Gameplay spürbar Tempo und Dynamik. Da das bei Einzel-Attentaten nicht passiert, stellt sich die Frage, warum er ausgerechnet bei Doppel-Kills notwendig ist.
Wer die Trailer mit Adleraugen im Blick hat, sieht, dass die Entwickler das Feedback bereits umgesetzt haben. Der Cut ist zwar noch vorhanden aber erfolgt nun wesentlich subtiler. Trotzdem wäre mir die Lösung des Originals lieber: Dort nehmen Gegner automatisch die passende Position an – auch wenn das gelegentlich etwas seltsam aussieht, leidet die Immersion deutlich weniger darunter.
Außerdem verschwinden durch das Fehlen des High- und Low-Profile-Systems sämtliche Schwert-Attentate. Somit fehlen einige der coolsten Animationen von Black Flag: Wie die brachialen Doppelschwert-Attentate von hinten oder der subtile Doppelhieb der den gegnerischen Rücken zerkratzt.
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Diese Sache fehlt dann doch…
Edwards Bewegungen wurden zwar ordentlich modernisiert, doch dabei ging leider auch etwas bedeutendes verloren. Im Original steuert man normales Gehen und akrobatisches Laufen getrennt voneinander. Die Änderung in den RPG-Spielen hat den Vorteil, dass man nicht dauerhaft eine Taste zum Sprinten gedrückt halten muss. Gleichzeitig ist leider die High- und Low-Profile-Mechanik verloren gegangen. Die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob man ruhig und unauffällig oder aggressiv und impulsiv vorgeht.
Im Original beeinflusst die Sprinttaste nämlich nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch andere Aktionen. Führt man beispielsweise ein Attentat aus, während kurz davor die Sprinttaste gedrückt wurde, sorgt das für eine auffällige und brutale Situation. Ohne zusätzlichen Input läuft das Attentat ruhig und kontrolliert in meisterhafter Assassin-Manier ab.
Da sich Resynced an der modernen RPG-Steuerung orientiert, bewegt sich die Figur nun automatisch gehend oder joggend – je nachdem, wie weit der Analogstick ausgelenkt wird. Zum Sprinten muss der Stick zusätzlich hineingedrückt werden. Ein Umstand, den ich schon immer als unpräzise und wenig intuitiv empfunden habe. Da man an den vagen Animationsübergängen nicht immer direkt erkennt, ob der leichte Stickdruck bereits registriert wurde und die Figur in den Sprint übergeht. Oder ob der Lauf durch erneutes drücken versehentlich wieder abgebrochen wird.
Durch die Rückkehr der klassischen Steuerung hätten wir Spieler:innen wieder mehr Kontrolle, als auch das Gefühl einen ganz eigenen Spielstil bewusst auszuleben.
Als Trost gibt es jetzt eine epische Neuerung die sich Fans seit Jahren wünschen: Edward kann seine Kapuze nun jederzeit auf- und absetzen. Beim spazieren durch die Straßen Havannas, hockend in den Baumwipfeln der Wildnis oder beim süffeln einer Flasche Rum in der Taverne – Aura farmen immer und überall mit jedem Assassinen-Drip!
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Versteckt vor aller Augen
Black Flag Resynced markiert die Rückkehr klassischer Social-Stealth-Mechaniken. In der Stadt und an belebten Orten nutzen Assassinen jede Möglichkeit, um in der Menge unterzutauchen. Stellt euch in die Masse, sitz auf einer Bank oder lehnt an der Wand ist man von Passanten nicht zu unterscheiden. In weniger belebten Gebieten versteckt euch hingegen in ikonischen Heuhaufen oder Schränken. Für kontrolliertes Chaos lässt sich das einfache Volk mit Reales und Gold anlocken, indem man Münzen direkt auf den Boden wirft. Oder man zeiht die perfekte List ab und heuert Tänzerinnen oder Söldner an. So bewegt man sich unbemerkt durch die Straßen oder lenkt wachen Wachen gezielt ab. Wer einzelne Soldaten isolieren will, pfeift einfach mit den ikonischen Pfiffen drauf los. All das war schon im Original eher obsolet und dabei ändert das Remake nichts.
Die einst zähen Verfolgungsmissionen wurden überarbeitet und bieten nun mehr Freiheit und Abwechslung. Missionen scheitern nicht mehr sofort, sobald man entdeckt wird – stattdessen fliehen Zielpersonen oder ziehen ihre Waffen. Teilweise muss man Ziele nicht einmal mehr klassisch verfolgen, sondern stattdessen Ermittlungen anstellen oder neue Hinweise aufspüren. Viele Attentatsmissionen wurden dafür um optionale Ziele und versteckte Geheimnisse erweitert, sodass man auf dem Weg zur Zielperson zusätzliche Belohnungen und alternative Möglichkeiten entdecken kann.
Einerseits ist das eine willkommene Verbesserung, andererseits wurden früher so die eigenen Assassinen-Fähigkeiten stärker auf die Probe gestellt. Jetzt kann man gelegentlich direkt zum Ziel sprinten, es im Kampf überwältigen und die Informationen anschließend aus einem Brief in der Tasche erlangen.
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Munter rauf und runter
Der flinke Assassinen-Pirat bekommt ein komplett frisches Parkour-System. Die Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit des Originals wird übernommen, in die Basis von Shadows integriert und um alte wie neue Moves erweitert sowie an die karibische Architektur angepasst.
Jede Bewegung wirkt endlich wieder präzise und bewusst. Insbesondere in der dichten Architektur Havannas funktioniert das Klettern so gut wie lange nicht mehr. Die ungezähmten Dschungel bieten zwar weniger kreative Möglichkeiten, wirken durch ihre wilden Routen dennoch abwechslungsreich und spaßig.
Erfahrene Spiel:innen können mit den erweiterten Parkour-Optionen zahlreiche riskante Manöver mit deutlich feinerer Kontrolle ausführen – darunter Side-Ejects, Back-Ejects, High-Gaining -Ejects, Ledge-Grabs, manuelle Sprünge, Vaulting (hüpfen) über kleine Objekte, Richtungswechsel im Hangeln sowie Absprünge aus jeder Höhe. All diese wichtigen Mechaniken stehen diesmal von Beginn an zur Verfügung.
Das Studio nimmt sich das Feedback sichtbar zu Herzen, denn das Klettern ist stärker auf Reaktion und Tempo ausgerichtet. Dafür überarbeitete das Team die Landungsanimationen, um flüssigere Übergänge zu ermöglichen und das Gefühl unnötiger Schwere zu reduzieren. Und Sprünge zwischen zwei Punkten fühlen sich nun direkter und kontrollierter an. Besonders Edwards manuelle Sprünge gehören ohne Zweifel zu den besten der Reihe seit Unity. Sie vermitteln eine natürliche Dynamik, die im RPG-System lange gefehlt hat – realistische Distanzen, glaubwürdige Sprungbögen sowie ein spürbarer Einfluss von Gewicht und Gravitation machen das Klettern in Resynced nahezu perfekt. Nur gelegentlich wirkt die Höhe und Weite bei Sprüngen aus dem Stand oder Side-Ejects leicht fragwürdig. Im Vergleich zu Shadows funktionieren beide Moves aber weit aus konsistenter und kontrollierbarer.
Einer der letzten Moves, der seit Jahren gefehlt hat, ist nun ebenfalls zurück: der „Cancel-Wand-Seitensprung“, bei dem man während des Wandlaufs seitlich abspringt, um zur nächstgelegenen Stelle zu gelangen. In Black Flag Resynced kehrt dieses Feature endlich zurück und optimiert den freien Parkour enorm. Es ist leichter auszuführen als im Original, auch wenn es – wie schon damals – im Look und Feeling nicht ganz so flüssig und agil wirkt wie zu Ezios Zeiten. Edwards Wandlauf benötigt einen kleinen Moment zum Starten, wodurch die Verkettung aus Sprung, Landung, Wandlauf und Cancel-Wand-Seitensprung gelegentlich etwas holprig aussieht. Aber alleine das dieser Move zurück ist und seinen Zweck erfüllt ist absolut traumhaft.
Eine durchwegs positive Änderung zeigt sich im verbesserten Missionsaufbau und Leveldesign. Jede Mission ist im Hinblick auf Freiheit und Modernisierung angepasst – mal mehr, mal weniger. Um die Fortbewegung intuitiver zu gestalten, überarbeitete das Entwicklerteam Parkour-Routen, Skriptsequenzen und teilweise sogar Layouts der karibischen Inseln. Das Städtelayout bleibt den ursprünglichen Grundrissen zwar treu, jedoch hat das Team auch hier einige Details renoviert, um das neue Parkour-System besser zu unterstützen. Wir können nun manche Gebäude betreten und neue Fenster ermöglichen zusätzliche Einstiegspunkte. In den Straßen sind bestimmte Balken entfernt und neue Parkour-Elemente ergänzt. Teilweise sind ganze Umgebungen komplett umstrukturiert, um neue kreative Kletterwege zu schaffen. Neben klassischen Eckschwüngen und Aufzügen finden sogar neue Elemente wie Seilrutschen platz in der Infrastruktur. Die Entwickler haben die alten Städte also nicht einfach kopiert, sondern gezielt mit dem neuen Parkour-System geplant.
Das Parkour-System ist eines der wichtigsten Markenzeichen der Reihe und gewinnt endlich die Tiefe und den Feinschliff, den es verdient. Auf diesem frischen Fundament wird nun in Zukunft weiter aufgebaut. Kommende Titel wie Assassin’s Creed Hexe werden hier ansetzen und das System mit weiteren Animationen und Ideen weiter verfeinern. Für den Moment lässt sich jedoch festhalten: Ein so gutes Klettersystem hatten wir seit Langem nicht mehr, und es macht wieder richtig viel Spaß, durch die Welt zu hüpfen.
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Alte Crew und neue Momente
Wie schön ist es, alte Bekannte wiederzusehen – vor allem jene, mit denen man ein Leben lang Abenteuer erlebt hat. Von treuen Seelen wie Adé, Thatch, Anne, Mary und Bonnet bis hin zu komplizierten Gemütern wie Vane, Rackham und Hornigold. Dank des starken Ensemble an Charakteren ist es eine Freude, die alten Zeiten noch einmal zu erleben.
Die hochwertigen Zwischensequenzen, das durchdachte Writing und die talentierten Darstellungen der Schauspieler:innen von Black Flag genießen inzwischen nahezu legendären Status. Dank der überarbeiteten Grafik und der verbesserten Charaktermodelle präsentiert Resynced all diese Stärken noch eindrucksvoller. Sogar Gesichter und Mimik erreichen ein Niveau, das man von Ubisoft schon lange nicht mehr gesehen hat.
Die Rückkehr in die Karibik greift zudem einige offene Handlungsstränge aus dem Original erneut auf. Zwei kurze kleine Aufgaben heben nochmal zwei besondere Charaktere einwenig hervor. Dabei erwartet euch kein Spektakel im Sinne der originalen Missionen aber zwei nette Abschlüsse der Geschichten um Stede Bonnet und Edward Thatch.
Der Gentleman-Pirat, der im Original lediglich zu Beginn und in Havanna nur eine Rolle spielt, bekommt aber leider keinen weiteren Auftritt in Person. Und auch um Blackbeards Vermächtnis und eine kleine Schatzsuche, hätte ich sehr viel mehr erwartet. Die Missionen sind nett, liefern aber keinerlei neue Interaktionen zwischen Kenway und seinen Freunden. Es handelt sich um zwei Briefe die Edward in Gedanken vorgelesen bekommt und dann bei sentimentaler Musik darauf reagiert. Ich habe mir eigentlich zwei Abenteuer erwartet, die Edward an der Seite seiner besten Kollegen erlebt.
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Neue Freundschaften
Edward trifft jedoch nicht nur alte Bekannte, sondern knüpft auch neue Freundschaften. Drei davon bringen nicht nur unterhaltsame Missionen mit sich, sondern leisten auch wertvolle Unterstützung auf hoher See: Lucy Baldwin, der Padre und Tobias „Deadman“ Smith sorgen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten für frischen Wind in Nebenmissionen und Seeschlachten.
Im Vergleich zu den Missionen des Originals können die neuen Nebenquests jedoch nicht ganz mithalten. Inszenierung und Writing orientieren sich eher an den steifen Dialogen der neueren RPG-Ableger als an den dynamischen und fesselnden Wortgefechten, für die Black Flag bekannt ist.
Ein Grund dafür dürfte sein, dass das Team für die neuen Film-Sequenzen keine Motion-Capture-Technologie eingesetzt hat. Obwohl die Animationen, Gesichtsanimationen und Bewegungsabläufe in diesen Szenen deutlich besser wirken als beispielsweise in Shadows oder Valhalla, fällt im direkten Vergleich zu den dynamisch inszenierten Missionen des Originals ein spürbarer Qualitätsunterschied auf. Die neuen Charaktere sind trotzdem ein bisschen interessant, und neue Dialoge und zusätzliche Momente mit Edward bereichern das Abenteuer sowieso.
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Auf dem Meer lebt sich´s nicht so schwer
Mit der Jackdaw durch die Karibik zu segeln ist ein besonderes Gefühl und ein wichtiger Bestandteil von Black Flag. In Resynced wurden auch auf dem offenen Meer einige Verbesserungen vorgenommen. Das gute Schiff erhält neue kosmetische Anpassungen sowie erweiterte Mechaniken im Schiffskampf. Intelligenter agierende feindliche Schiffe, hilfreiche Fähigkeiten durch die Offiziere und neue sekundäre Kanonenangriffe machen die Gefechte auf See noch abwechslungsreicher und unterhaltsamer als zuvor.
Nach einem Seekampf gilt es, die Beute einzusammeln. Früher konnte man nach dem erfolgreichen Entern lediglich zwischen dem Hinzufügen des Schiffs zur Flotte, der Reparatur der Jackdaw oder der Senkung des Fahndungslevels wählen. Nun kommt eine zusätzliche Option hinzu: das Plündern der Kapitänstruhe, die insbesondere bei größeren Schiffsklassen zusätzliche Reales einbringt. Beachtet aber, dass bei jedem Kampf Crew-Mitglieder verloren gehen können. Es gilt also abzuwägen, ob sich das Entern lohnt oder ob das feindliche Schiff besser versenkt wird. Wenn doch mal Not am Mann ist, lassen sich neue Matrosen überall in der Karibik anheuern – sei es in Tavernen oder durch das Retten von Schiffbrüchigen.
Dank des dynamischen Wettersystems lassen sich Stürme bereits früh am Horizont erkennen. Der Himmel verdunkelt sich, der Wind nimmt zu, die Wellen werden stärker und man spürt richtig die aufziehende Kraft der Natur. Auf hoher See möchte man sich in solchen Momenten lieber nicht befinden. Naturgewalten wie Monsterwellen, Wasserhosen, starke Windböen und neu hinzugekommene Blitzeinschläge wirken deutlich eindrucksvoller und bedrohlicher als im Original.
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Es ist kaum überraschend, dass sich die Seefahrt wieder deutlich ausgefeilter und intensiver anfühlt – schließlich war das Studio aus Singapur bereits im Original maßgeblich für die Seeschlachten verantwortlich. Eine kleine negative Veränderung die sie vorgenommen haben: Edward gibt manche Seemann-Kommandos nun anders an. Beispielsweise ruft er statt „Legt die Rahren (Rahsegel) in den Wind“ jetzt nur noch „Schneller“ oder „Tempo jetzt“, was ich sehr schade finde.
Um die Stimmung an Bord dann etwas zu verbessern, kann nun ausgewählt werden, welche Lieder die Crew singen soll – von klassischen Shanties wie „Leave Her Johnny“ bis hin zu ganz neuen Seemannsliedern. Und wer am Steuer noch unsicher ist, kann den Wegfinder-Modus aktivieren und sich einen Weg anzeigen lassen, um entspannt über das Meer zu gleiten.
Zusätzlich gesellen sich ein paar tierische Passagiere an Bord, die sich es neben dem Steuer gemütlich machen – ein niedliches Detail, das die Atmosphäre zusätzlich aufwertet. Aber auch wenn Katze und Affe sehr charmant sind und in verschiedenen Varianten auftreten, hätte ich mir ein paar mehr Tierarten gewünscht. Faultier, Lemur, Leguan, Kaimane, Pika (Pfeifhase), Tayra (Mader), Otter, Waschbär, Ocelot, und vor allem Paradiesvögel, Papageien sowie Tukane würden perfekt in die karibische Umgebung passen. Man munkelt, dass ein paar noch per Update nachkommen.
Flotte Flotte
Um ein Schifffahrtsimperium zu erschaffen, darf man gekaperte Schiffe nicht einfach ausschlachten, sondern muss sie auf Reisen schicken. Eroberte Schiffe können der Kenway-Flotte hinzugefügt werden und so passive Belohnungen erwirtschaften.
Doch etwas Köpfchen ist gefragt: Jedes Schiff kann eine Mission übernehmen, aber um erfolgreich zu segeln, müssen sowohl Missionstypen als auch Schiffsklassen beachtet werden. Mit einer Schoner-Brigg sollte man besser nicht gegen ein Linienschiff antreten. Ein zu schwaches Schiff kann nicht nur scheitern, sondern auch zerstört werden und damit dauerhaft verloren gehen.
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Das Leben in der Karibik
Es macht so viel Spaß, die farbenfrohe Karibik zu erkunden und die Welt einfach auf sich wirken zu lassen. Egal ob in belebten Städten, auf einsamen Inseln oder auf dem offenen Meer – überall gibt es etwas zu tun:
Wilde Tiere jagen, Wale harpunieren, Schiffe plündern, legendäre Schiffe besiegen, Forts einnehmen, Schiffswracks erkunden, Assassinen-Aufträge erledigen, Plantagen plündern, Schatzkarten lösen, kleine Schatzkisten sammeln, Sea Shanties nachjagen, Aussichtspunkte synchronisieren, Maya-Rätsel lösen, Schmugglerverstecke ausnehmen, Templer aufspüren, Marine Aufräge absolvieren, Faustkämpfe in Tavernen austragen oder Minispiele (wie Dame, Fanorona & Mühle) spielen.
Absolut wundervoll ist, dass die Quick Time Events aus dem Original entfallen und man nun gegen gefährliche Tiere mit den neuen Moves kämpfen kann. In Shadows wurde das Feature ja komplett entfernt, umso schöner ist es zusehen dass man hier wieder Tiere Jagen kann. Was ich mir noch gewünscht hätte, wären ein paar legendäre Tiere. Vielleicht habe ich sie auch noch nicht gefunden aber so eine Challenge, gegen einen legendärer Jaguar oder ein gewaltiges Wildschwein wie es in Odyssey und Valhalla der Fall war, ist immer gern gesehen.
Wer nicht jagen möchte, streichelt einfach friedlichen Arten. Schildkröten am Strand und Schweine sowie Hühner in den Straßen kann man füttern, streunende Katzen kuscheln, Hunde streicheln und Papageien begrüßen. Ein paar Interaktionen sind neu, ein paar kennt man noch vom Original.
Gänzlich neu: Zuvor unentdeckte Inseln, die früher nur Kulisse waren, können nun erkundet werden. Dort finden sich nette Easter Eggs und Schätze. Unterhalb des Meeresspiegels wartet zudem eine komplett neue Welt, denn man kann jederzeit ins Wasser eintauchen und beeindruckende Korallenriffe, zahlreiche Meeresbewohner und versunkene Schätze entdecken.
Mit dem Remake verstecken sich generell überall noch mehr Geheimnisse als im Original. Ausrüstungsgegenstände, die früher gekauft oder hergestellt wurden, sind nun in der Welt verteilt und nur durch Erkundung zu finden. Die kleinen Reales-Schatzkisten gibt es weiterhin überall, wurden jedoch um Kisten mit neuer Ausrüstung und Waffen ergänzt.
Um in der abwechslungsreichen Karibik stets passend ausgerüstet zu sein, stehen alle originalen Monturen sowie komplett neue Kleider für Edward zur Verfügung. Zusätzlich können verschiedene Anhänger mit Gameplay-Boni gefunden werden. Der Loot ist dadurch bedeutender als im Original, und die Erkundung fühlt sich insgesamt belohnender an.
Trotzdem gibt es weiterhin den Animus-Store, in dem zusätzliche kosmetische Inhalte erhältlich sind. Auch wenn die karibische Spielwelt kaum beeinflusst, wirkt sich der Shop weiterhin auf die Erkundung und offene Welt aus. Kürzlich erschienene Titel wie Crimson Desert zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll eine Welt wird, wenn überall versteckte Geheimnisse zu entdecken sind. Ich habe dort nach über 200 Stunden noch eine Kiste in einer Höhle gefunden, an der ich zuvor hunderte Male vorbeigelaufen bin. Genau solche Gaming-Momente hat Assassin’s Creed schon lange verloren. Auch wenn mich die Animus-Missionen jede Woche ins Spiel zurückholen, fühlt sich das eher wie eine abzuarbeitende Liste an als wie frei wählbarer Spielspaß.
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Abwechslung & Lebendigkeit
Veränderungen in der offenen Spielwelt und der Missionsstruktur machen sich vor allem bei den Nebenaktivitäten bemerkbar. Um Plantagen zu plündern, musste man früher stets den Schlüssel eines Hauptmanns stehlen. Um diesen Ablauf abwechslungsreicher zu gestalten, verfügt nun jede Plantage über zusätzliche kleine Erzählstränge, sogenannte „Mini-Narratives“.
So muss man bei einer Plantage den Schlüssel bei Krokodilen suchen, an anderer Stelle feiern Wachen eine kleine Party und wieder anderswo entfaltet sich eine verbotene Liebesgeschichte. Solche Ideen wirken den mittlerweile etwas veralteten und repetitiven Missions-Abläufen des Originals wunderbar entgegen und verleihen der Spielwelt zusätzliche Lebendigkeit.
Für mehr Abwechslung sorgen auch alternative Lösungswege. Wie damals kann man die Tauchglocke einfach bei einem Händler erwerben, um versunkene Schiffswracks zu erkunden. Im Remake gibt es jedoch eine weitere Möglichkeit: Adéwalé erzählt nun von einer Gruppe Freibeuter, die bereits im Besitz einer Tauchglocke sind. Daraus entwickelt sich eine kleine Mission, bei der man die feindlichen Piraten auf einer Insel aufspüren und die Glocke entwenden kann. So etwas passiert hier und da bei manchen Missionen und macht einen großartigen Unterschied.
Überall in der Welt sorgen atmosphärische Ergänzungen und kleine World-Events für zusätzliches Leben. Seien es neue Dialogzeilen, zusätzliche Animationen oder kleine Ereignisse am Straßenrand und Geplauder von Fremden. Die Karibik ist so lebendig denn je und erfüllt die Vision, die ich mir damals erträumt habe.
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Heimat im Dschungel
Das Piratenversteck auf Great Inagua hat sich im Vergleich zum Original auch deutlich verändert. Wie damals findet sich auf der Insel ein kleines Dorf, ein gemütlicher Hafen und eine eigene Villa. Diesmal werden jedoch deutlich mehr Ausbau- und Renovierungsarbeiten umgesetzt. Je mehr investiert wird, desto lebendiger und heimeliger wirkt das Versteck – sichtbar durch veränderte Gebäude, neue Waren und dekorative Elemente, die individuell platziert werden können.
Bekannte Gebäude bieten nun erweitertes Inventar und Vorteile: Der General Store verkauft Dekorationen, Waffen und Outfits, in der Taverne lassen sich drei Minispiele spielen und Trinkgeld erhöht die Chance auf Royal Convoys auf See. Der Hafenmeister kümmert sich um weitere Upgrades für die Jackdaw, während weitere Einrichtungen unter anderem das passive Einkommen steigern. Hinzu kommen neue Einrichtungen wie der Fischerpier, der die Effizienz beim Häuten von Tieren verdoppelt, sowie der Schatzhändler, der exklusive Items und Karten-Restaurierungen anbietet.
Neben diesen spielerischen Vorteilen wirkt das Dorf insgesamt lebendiger. Die Straßen sind belebter, und überall finden sich kleine Aktivitäten sowie neue Charaktere. Wie im Original gibt es weiterhin Missionen von einem zwielichtigen Geschäftsmann, Milo van der Graaff, doch diesmal nimmt man seine Aufträge persönlich an. Persönlicher kann nun auch die Villa auf dem Hügel gestaltet und mit Waffen, Relikten und Kunstwerken dekoriert werden. Dort trifft man ebenso auf ein neues Gesicht: Bernard Woodhouse, den neuen Butler und Inselverwalter, der hinter seiner höflichen Fassade einige Geheimnisse verbirgt.
Besonders für Fans, die in die Karibik zurückkehren, sind diese Ergänzungen eine große Bereicherung. Auch wenn man das Original in- und auswendig kennt, gibt es überall Neues zu entdecken und zusätzliche Geschichten zu erleben. Das Piratenversteck entwickelt sich dadurch zu einem wichtigen Teil des Spiels und sorgt für ein echtes Gefühl von Heimat – ein Eindruck, der im Original noch deutlich schwächer ausgeprägt war.
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Lasst erklingen die singenden Stimmen
Der Soundtrack und das Audiodesign waren schon im Original absolut genial. Resynced verbessert das gesamte Klangerlebnis noch einmal deutlich und ermöglicht dank Dolby Atmos einen hörbaren Qualitätssprung. Egal ob epischer Moment oder ruhige Verschnaufpause: Die ursprüngliche Musik von Brian Tyler ist weiterhin an Bord, jedoch klanglich verfeinert.
Das Team überarbeitet die Musik leicht, veränderte sie jedoch nicht grundlegend. Viele der zurückkehrenden Tracks erhalten neue Tonspuren, wodurch sie mehr Tiefe und Struktur gewinnen. Während der Kämpfe synchronisiert sich die Musik dynamisch mit Ketten-Takedowns – ein Detail, auf das das Team besonders stolz ist, da die Umsetzung enorm aufwendig war.
Die verbesserte und nuanciertere Soundkulisse macht das gesamte Abenteuer noch eindrucksvoller. Ruhige Momente wie das Zwitschern der Vögel, die Gesänge der Crew oder die Straßenmusiker profitieren ebenso davon wie actionreiche Szenen mit Kanonengeballer und Schwertgefechten. Alles klingt präziser, detaillierter und realistischer.
Absolut legendär: Viele originale Soundeffekte wurden bewusst beibehalten und sorgen für starke Nostalgie-Momente – etwa das Aktivieren des Adlerauges, Edwards Pfiffe, oder Menü-Sounds wecken sofort die zehn Jahre alten Erinnerungen.
Ein wenig frischer Wind darf jedoch nicht fehlen: Musiker Woodkid hat einen neuen Track beigesteuert. Er ist in der Videospielbranche kein Unbekannter und hat bereits zuvor an Assassin’s-Creed-Projekten mitgewirkt – unter anderem am Cinematic Trailer von Assassin’s Creed: Revelations. Für Resynced liefert er nun einen coolen Remix aus dem Shanty „Leave Her Johnny“ und dem ikonischen Assassin’s-Creed-Theme „Ezio’s Family“. Auch darüber hinaus lassen sich im Spiel vereinzelt neue musikalische Akzente entdecken. Mir persönlich gefällt das neue Hauptmenü-Animus-Theme am besten, da es das originale Black Flag Theme vollständig entschleunigt gemixt mit atmosphärische Sounds wiedergibt.
Hier eine Liste meiner Lieblingstricks von Black Flag Resynced:
- On the Horizon
- Under the Black Flag
- In this World or one below
- The High Seas
- The Fortune of Edward Kenway
- Black Flag Main Theme
- The Britisch Empire
- Stealing a Brig
- Trooper and the Maid (Tavernen Musik)
- Star of County Down (Tavernen Musik)
- Here´s a Health to the Company (Tavernen Musik)
- William Tayler (Tavernen Musik)
- Fish in the Sea (Shanty)
- Mein absolutes Highlight – The Parting Glass – neu eingesungen und musizier
- zweites Highlight – das neue Animus Menü Theme – einfach das Black Flag Theme slowed & remixed

Verpasste Chance
Zum Schluss habe ich noch ein paar kleine Ideen, die ich mir persönlich für Assassin’s Creed Black Flag Resynced gewünscht hätte:
- Die Welt aus der Vogelperspektive zu entdecken war bereits in den RPG-Teilen eine wunderbare Neuerung. Passend zum Piratenthema hätte ein Papagei als Vogel-Begleiter perfekt funktioniert. Auf hoher See hätte er dabei geholfen, Beute besser zu erspähen, in dichten Dschungeln oder auf einsamen Inseln den Weg zu weisen und im Kampf Feinde kurzzeitig abzulenken. Und ganz ehrlich: Das Bild eines Piraten wie Edward Kenway mit einem Papagei auf der Schulter, der freche Sprüche nachplappert, wäre einfach großartig gewesen.
- Ebenso spannend wären mysteriöse Geschichten rund um mythische Ereignisse in der Karibik gewesen. Kreaturen wie der Kraken, ein Leviathan oder Geisterschiffe legendärer Piraten hätten als epische Bossgegner in Schiffskämpfen auftreten können. Über die Spielwelt verteilt hätten wir Hinweise auf ihre Aufenthaltsorte entdecken können, möglicherweise sogar in Verbindung mit den Eden-Artefakten.
- Meiner Meinung nach markierte Black Flag den Beginn eines Wandels innerhalb der Assassin’s-Creed-Reihe – ein herausragendes Piratenabenteuer mit etwas zu wenig Assassinen-Aspekt (wenn auch mehr als in den RPG-Teilen). Edwards eigentliche Karriere als Assassine beginnt erst richtig nach seiner Rückkehr nach England. Das Remake hätte diese Phase seiner Geschichte stärker ausbauen und seine spätere Entwicklung detaillierter darstellen können. Seine Rückkehr nach London und die Beteiligung am Wiederaufbau des Assassinen-Ordens hätten einen hervorragenden zusätzlichen Epilog ergeben. Nun bleibt vielleicht die Hoffnung auf eine aufwendige Erweiterung?
- Schade, dass das Entwicklerstudio Adéwalés Geschichte und damit die Erweiterung „Freedom Cry“ nicht umgesetzt hat. Ich hoffe, dass man das vielleicht noch im Sinn hat. Sonst kann ich nur hoffen, das wir in Zukunft für alle Assassin´s Creed Teile bis zu Rogue ein so tolles Remake bekommen.
Das beste Assassin’s Creed seit Jahren
Black Flag Resynced ist weit mehr als nur ein extrem hochwertiges Grafik- und Technik-Upgrade. Viele Systeme wurden grundlegend überarbeitet und massiv erweitert, während die Identität des Originals bewahrt und gleichzeitig etwas Frisches geschaffen wurde. Im Grunde bleibt es dasselbe Spiel, wird jedoch an sinnvollen Stellen mit mehr Tiefe und Liebe zum Detail bereichert.
Alle fünf Säulen von Assassin’s Creed erhalten mit diesem ersten Remake des Franchises viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt: Die Welt und Erkundung wirkt realistischer, die Geschichte ist erweitert, der Kampf komplett überarbeitet, das Stealth-Gameplay verbessert und der Parkour so angepasst, dass es nach Jahren wieder richtig Spaß macht.
Zwar weckt Black Flag bei mir viel Nostalgie, trotzdem ist der Mix von der Vorlage des Originals und den Verbesserungen von Resynced eines der besten Assassin’s Creed Spiele der letzten Jahre. Ubisoft hat dieses legendäre Abenteuer perfekt modernisiert!