EZVIZ CB9c Dual 3K Kit Test: Habt ein Auge auf alles

von Mandi 04.11.2026

Das EZVIZ CB9c Dual 3K Kit ist keine gewöhnliche Akku-Überwachungskamera, sondern ein kleiner Wächter mit geteilter Aufmerksamkeit. Lest hier mehr!

Zum EZVIZ CB9c Dual 3K Kit

Eine feste Weitwinkellinse hält das große Ganze im Blick, während eine schwenkbare Telelinse Details verfolgt, und das komplette Kit kommt mit einem 8-Watt-Solarmodul, das die Kamera möglichst autark halten soll. EZVIZ verzichtet bei der CB9c Dual (hier geht’s zur offiziellen Website und auch zur Amazon-Website) auf den klassischen Einzelblick (so ein Produkt haben wir bereits getestet) und setzt stattdessen auf zwei 3K-Sensoren mit je fünf Megapixeln. Die obere, feste Linse besitzt einen 2,8-mm-Weitwinkel mit 96 Grad horizontalem Sichtfeld, die untere einen 6-mm-Telebereich mit 52 Grad horizontalem Blickfeld. Das ergibt miteinander eine flexible Überwachungslogik: Übersicht und Details zur gleichen Zeit, denn besonders clever ist die sogenannte Co-Detection.

Erkennt die Weitwinkellinse eine Person am Grundstück, kann die bewegliche Telelinse dieser folgen, während das Panoramabild erhalten bleibt. Damit löst EZVIZ ein altes Problem günstiger Überwachungskameras: Entweder man sieht viel, aber nichts genau, oder man zoomt heran und verliert den Kontext. In der Praxis fühlt sich das wie ein kleiner Sicherheitsposten an, der gleichzeitig den Hof überblickt und bei Bewegung das Teleobjektiv nachzieht. Bis zu 4x Mixed Zoom sind möglich, wenn beide Linsen in dieselbe Richtung zeigen, per Tipp in der EZVIZ-App lässt sich ein Bereich direkt heranzoomen. Das ist keine optische Wunderwaffe, aber eine sinnvolle und alltagstaugliche Lösung. Packen wir die Kamera zunächst gemeinsam aus:

Der erste Eindruck

Das CB9c Dual 3K Kit kommt mit allem, was ihr benötigen könnt, in einer Verpackung zu euch und lässt sich an Wand, Decke oder Mast montieren. Im Karton liegen Bohrschablone, verstellbare Halterung, Schrauben, Netzkabel und eine Kurzanleitung bei. Die Kamera wiegt 778 Gramm, das Solarmodul 428 Gramm, ihr solltet die Halterung also solide befestigen. Die Einrichtung erfolgt per Bluetooth und 2,4-GHz-WLAN. Das ist für die Reichweite nach außen sinnvoll, bedeutet aber auch, dass ein stabiles 2,4-GHz-Netz bis zum Montageort vorhanden sein sollte. EZVIZ gibt als Mindestanforderung 5 Mbit/s an, in großen Gärten oder bei dicken Außenwänden könnte ein WLAN-Repeater daher notwendig werden.

Die physische Installation ist unkompliziert, erfordert aber etwas Planung: Das Solarmodul sollte möglichst viel direkte Sonne bekommen, während die Kamera den relevanten Bereich im Blick behält. Wer beides an derselben Stelle unterbringen kann, hat Glück. Sonst hilft das recht lange Verbindungskabel, das Modul an einem sonnigeren Punkt zu platzieren. Grundsätzlich ist das gesamte Kameramodul sehr solide verbaut und auch für Außeneinsätze gerüstet: Dank Schutzklasse IP65 macht ihm Regen, Schnee und Hitze absolut nichts aus und garantiert eine sichere Überwachung über das gesamte Jahr. Doch nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Qualität kann sich durchaus sehen lassen.

3K statt 1080p: Macht das Sinn?

Mit maximal 2880 x 1620 Pixeln liegt die CB9c Dual deutlich über klassischen Full-HD-Kameras. Das reicht aus, um Gesichter, Kleidungsstücke, Fahrzeugumrisse oder Paketboten auch bei etwas Abstand besser erkennbar zu machen. EZVIZ verspricht damit einen spürbaren Sprung gegenüber 1080p, und die Spezifikationen unterstreichen das mit zwei 5-Megapixel-Sensoren. Die Bildrate ist mit maximal 15 Bildern pro Sekunde allerdings bewusst niedrig gehalten. Für Sicherheitsaufnahmen ist das meist ausreichend, weil es vor allem darum geht, Ereignisse zu dokumentieren. Wer jedoch flüssige Bewegtbilder im Stil einer Actionkamera erwartet, wird hier den Kompromiss erkennen.

Dafür arbeitet die Kamera mit H.265-Kompression, was Speicherplatz und Bandbreite schont. Nachts wechselt die Kamera zwischen Infrarot und Farb-Nachtsicht. Die beiden Spotlights ermöglichen bis zu 20 Meter Farbsicht, die Infrarot-LEDs bis zu 30 Meter Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Das ist für eine Akku-Kamera ordentlich, auch wenn die tatsächliche Reichweite naturgemäß stark von Umgebung, Witterung und Lichtverhältnissen abhängt. Letzten Endes ist die höhere Auflösung aber mehr als ein bloßer Marketing-Gag, denn gerade, wenn ihr die Personenverfolgung aktiviert habt, freut ihr euch über jedes zusätzliche Detail, das ihr bei der Überwachung sehen könnt.

Über die EZVIZ-App

Damit alles reibungslos funktioniert und sich von euch optimal verwalten lässt, müsst ihr die EZVIZ-App auf dem Smartphone haben. Nach dem Firmware-Update des CB9c Dual 3K Kit auf die im Testzeitraum aktuelle Version V5.4.0 290920 ging es für uns auch schon los mit dem Test. Hier könnt ihr in verschiedenen Reitern zwischen den Geräten, Ereignissen und eurem EZVIZ-Konto wechseln, wo ihr euer Profil einstellen und feintunen könnt. Habt ihr in eurer Übersicht etwa euer Haus in unterschiedliche Bereiche wie Wohnzimmer, Eingangsbereich und Garten aufgegliedert, findet ihr auch die Kameras genau dort vor, wo ihr sie tatsächlich habt.

Seid ihr dann in dem Feed einer Kamera drin, könnt ihr eine Vielzahl von Dingen anstellen. Eine automatische Verfolgung von Personen ist machbar, ihr dürft aber auch selbst den 360°-Rundherumblick ausprobieren. Reinzoomen, rauszoomen, Schnappschüsse und Videoaufnahmen, auf Wunsch funktioniert das manuell oder auch automatisiert. Bild-in-Bild wird ebenso angeboten wie die unterschiedlichsten Modi, was den Akkuverbrauch angeht. In den Geräteeinstellungen habt ihr eine Menge an Optionen, was schon alleine das Aufladen des Geräts anbelangt. Die größte Stärke der App ist auch gleichzeitig ihre größte Schwäche. Dadurch, dass EZVIZ so vieles anbietet, wird es am Smartphone rasch unübersichtlich.

So viele Möglichkeiten

Die EZVIZ-App übernimmt Einrichtung, Livebild, Wiedergabe, Einstellungen und Benachrichtigungen. Die Kamera erkennt Menschen und Fahrzeuge per KI und soll so unnötige Alarme durch Katzen, Blätter oder vorbeiziehende Schatten reduzieren. Ganz wichtig, weil es bei diesem Hersteller so hervorgehoben wird: Diese Erkennung ist ganz ohne Abo und somit ohne monatliche Zusatzkosten nutzbar. Für die aktive Verteidigung gibt es rote und blaue Warnlichter sowie einen Sirene. Wird eine Bewegung als verdächtig eingestuft, kann die Kamera damit Aufmerksamkeit erzeugen und potenzielle Eindringlinge abschrecken.

Dazu kommt eine Gegensprech-Funktion, mit der ihr über das Smartphone direkt mit Besuchern sprechen könnt. Die Integration in Amazon Alexa und Google Home ist ebenfalls vorhanden, auch wenn der praktische Nutzen vor allem im Sprachaufruf des Livebilds liegt. Wer eine microSD-Karte bis 512 GB verwendet, speichert lokal, EZVIZ CloudPlay ist optional und in manchen Märkten verfügbar. Eine Cloud-Pflicht gibt es damit nicht, was für Datenschutzbewusste ein weiterer Pluspunkt ist. Wer mehrere Produkte vom Hersteller im Einsatz hat, kann in der App auch flugs zwischen ihnen wechseln, das ist äußerst praktisch.

Solar statt Nachladen

Ebenso praktisch hat der Hersteller das Problem der Energieversorgung gelöst. Im Gehäuse steckt ein 5200-mAh-Akku, im Lieferumfang liegt ein 8-Watt-Solarmodul mit monokristallinen Solarzellen und drei Meter Kabel. EZVIZ bewirbt die Kombination als dauerhafte, kabellose Überwachung ohne Stromkosten, und das ist bei richtiger Platzierung durchaus realistisch. Die Kamera selbst ist mit IP65 gegen Staub und Spritzwasser geschützt und ist für Temperaturen zwischen minus 20 und plus 50 Grad Celsius ausgelegt. Damit ist sie für den österreichischen oder deutschen Außenbereich grundsätzlich geeignet, solange sie nicht direkt in extreme Wetterlagen montiert wird. 

Das Solarmodul ist ebenfalls IP65-zertifiziert. Interessant ist die AOV-Technologie, die für „Always-On Video“ steht. Statt nur bei Bewegung zu filmen, kann die Kamera in einem stromsparenden Zeitraffermodus aufnehmen und bei erkannten Personen auf normale Aufnahmequalität umschalten. EZVIZ gibt dafür eine Erkennungsreichweite von bis zu 25 Metern am Tag und 12 Metern nachts an, allerdings nur mit aktiviertem AOV-Modus und microSD-Karte. Letzten Endes ist so eine smarte Kamera ein richtig mächtiges Tool, gleichzeitig müsst ihr euch wie bei allen anderen Smart Home-Dingen auch einmal eingehend damit beschäftigen. Danach seid ihr für alles gerüstet!

Clevere Überwachung mit kleinen Abstrichen

Das EZVIZ CB9c Dual 3K Kit ist für alle gedacht, die eine kabellose Außenkamera wollen, aber nicht auf Übersicht und Detail zugleich verzichten möchten. Das Dual-Lens-Konzept funktioniert in der Theorie hervorragend, die 3K-Auflösung ist für die Preisklasse stark, und das Solarmodul nimmt der Akku-Kamera ihren größten Nachteil: die regelmäßige Ladepause. Dieses Gesamtpaket ist unter dem Strich durchdacht, ausreichend flexibel und vor allem ohne Abonnement: Ihr werdet mit keinerlei Zusatzkosten konfrontiert, sofern ihr das nicht wollt.

Abstriche gibt es bei der Bildrate von maximal 15 fps und der Beschränkung auf 2,4-GHz-WLAN, und die EZVIZ-App ist manchmal heillos überladen. Auch die tatsächliche Solarenergie hängt stark vom Standort ab, im Schatten oder bei langen Winterwochen wird der Akku trotzdem gelegentlich nachgeladen werden wollen. Die EZVIZ CB9c Dual 3K Kit ist eine der interessanteren Akku-Überwachungskameras des Jahres, besonders für Vorgärten, Einfahrten und Grundstücksgrenzen, wo man sowohl den Überblick als auch Details im Blick behalten will.

Wertung: 8.5 Pixel

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