ECOVACS WINBOT W3 OMNI im Test: Fenster putzen macht Spaß!?

von Mandi 28.06.2026

Der ECOVACS WINBOT W3 OMNI klingt auf dem Papier wie der heilige Gral für alle, die keine Lust mehr auf Leiter, Abzieher und Reinigungsutensilien haben.

Über den ECOVACS WINBOT W3 OMNI

Denn mit diesem Produkt (zur offiziellen Website) erwartet uns ein Fensterroboter plus „Mini-Waschmaschine“ für die Wischpads in einer Station, dazu intelligente Navigation und ein ziemlich ambitionierter Preis von 699,- Euro (UVP). Aus der Verpackung kommt ein eher unspektakulär wirkender quadratischer Roboter und eine Station, die optisch irgendwo an eine Kühlbox erinnert. Der Roboter selbst wiegt etwa 2,1 kg, die Station bringt mit rund 10 kg deutlich mehr Masse auf die Waage. Das ist gewollt, denn sie dient gleichzeitig als Ankerpunkt, wenn der WINBOT W3 OMNI an der Scheibe hängt.

Mit dabei sind ein 2‑in‑1‑Kabel (Strom plus Sicherungsseil), zwei Wischpad‑Halterungen, Reinigungsflüssigkeit und die nötige Dokumentation. ECOVACS setzt beim WINBOT W3 OMNI nicht auf Design-Show, sondern auf Zweck: Viel glatter Kunststoff, eine klare Front mit Tragegriff beim Bot, die Station als vertikale Box mit transparenter Bullaugen-Abdeckung, hinter der wir den Waschvorgang beobachten können. Im Wohnraum ist das Ganze kein Deko-Stück, aber durch die kompakte Grundfläche lässt sich die Station gut im Abstellraum oder neben dem Fenster parken. Packen wir das Gerät aus:

Kaum was einzurichten

Der Erstaufbau ist unspektakulär und daher angenehm: Station hinstellen, Frischwasser und Reinigungslösung einfüllen, Wischpad am Roboter prüfen. Durch das Einstecken des Stromkabels wird der Akku der Station geladen, und im Handumdrehen ist der WINBOT W3 OMNI einsatzbereit. Ein Display an der Station führt euch Schritt für Schritt durch die ersten Einsätze und zeigt verständliche Statusmeldungen an, sodass ihr eigentlich gar nicht die ECOVACSHOME-App nutzen müsst. Wer möchte, kann sie zusätzlich verwenden, bekommt dort aber primär Komfortfunktionen wie Moduswahl, Zonenreinigung und dergleichen.

Im Alltag reicht tatsächlich das Tasten- und Display-Setup vollkommen aus: Start, Pause, Moduswahl, Pad-Wäsche mit der inkludierten Station: Alles ist ohne App erreichbar, was gerade für Haushalte mit mehreren Personen ein Pluspunkt ist. Die Lernkurve ist dabei außergewöhnlich kurz, denn nach maximal drei Anwendungen sitzt der Ablauf, und ihr werdet fortan eher alles über das Gerät als mit dem Smartphone steuern. Sehr gut ist zudem, dass an der Station selbst das Menü wirklich schnell reagiert und euch auf nichts warten lässt. Nur Firmware-Updates und ähnliche Features bleiben dann der App vorbehalten.

Über die ECOVACSHOME-App

Nach dem Koppeln mit der ECOVACSHOME-App werdet ihr gebeten, dem Gerät auch ein 2,4 GHz-WLAN bekanntzugeben. Das ist wichtig für Updates, alles andere wird allerdings via Bluetooth und somit nur innerhalb der Bluetooth-Reichweite gesteuert. Beim ECOVACS WINBOT W3 OMNI selbst könnt ihr zwischen mehreren Modi wählen: Schnellreinigung (für Innenfenster), Gründliche Reinigung (für stark verschmutzte Außenfenster), Kantenreinigung, Tiefenreinigung (für leicht verschmutzte Außenfenster), Intensivreinigung (Dauerlauf), Reinigung mit aufgeteilten Zonen (für Fenster mit 4 bis 8 Metern Breite), Punktreinigung sowie Fernbedienung.

Weiters könnt ihr in der Station des Geräts eine Standard-Wäsche (für leicht verschmutzte Reinigungstücher), eine Vollwäsche (für stark verschmutzte Reinigungstücher) sowie eine Selbstreinigung für das Reinigungsfach der Station anstoßen. Auch die Info über das verwendete Reinigungspad sowie die Reinigungslösung des Herstellers könnt ihr in der ECOVACSHOME-App direkt kaufen und Einstellungen vornehmen. Die Sprache der Sprachausgabe sowie die angezeigte Sprache beim Gerät lassen sich ändern, eine Bedienungsanleitung zum Reinigen ist mit darin enthalten, und Updates könnt ihr machen. Im Juni 2026 waren die Version 2.4.0 (Firmware) und 32.0.0 (Basisstation) aktuell.

Der ECOVACS WINBOT W3 OMNI im Alltag

Der große Verkaufspunkt des neuen Geräts ist ganz klar die Vortex‑Wash‑Station, die die Wischpads automatisch reinigt und damit das klassische Selbst-Waschen ablösen soll. Im Inneren arbeiten laut dem Hersteller 16 Hochdruckdüsen mit etwa 20 kPa Wasserdruck, vier rotierende Scheiben mit rund 200 U/min und ein Schaber, der das Schmutzwasser abzieht. Nach rund einer Minute ist das Pad wieder einsatzbereit, selbst bei der Vollwäsche wartet ihr keine zwei Minuten. Das ist kein Gimmick: Wir können bestätigen, dass die Pad-Reinigung im Alltag zuverlässig funktioniert und die Reinigungsleistung konstant hält, vor allem wenn ihr mehrere Flächen nacheinander abarbeitet.

Die Navigation basiert auf WIN‑SLAM 5.0, einer Weiterentwicklung der ECOVACS‑Algorithmen, die strukturierte Bahnen und zuverlässige Rückkehr zum Startpunkt ermöglichen. In Kombination mit mehreren Sensoren erkennt der ECOVACS WINBOT W3 OMNI Rahmen, Hindernisse und Glasränder mit hoher Präzision und soll sich mit einer Genauigkeit von bis zu 1 mm um Hindernisse herum bewegen. Auf dem natürlichen Habitat, nämlich großen, glatten Fensterflächen, zeigt das Produkt eindrucksvoll, was es kann kann: strukturierte Bahnen, stabile Haftung und insgesamt sehr saubere Scheiben. Das erfreut das Herz, gerade bei bodentiefen Fenstern wie bei unserem Bungalow!

Tolle Reinigungsleistung

Wir können berichten, dass selbst eingetrocknete Wasserflecken in vielen Fällen im ersten Durchgang verschwinden und der typische Grauschleier auf Glas deutlich reduziert wird. Besonders positiv fällt die Performance auf großen Spiegeln und einteiligen Glasfronten auf, wo der Roboter wenig Geometrie-Entscheidungen treffen muss und einfach Bahn für Bahn abarbeitet. Wer also endlich wieder mal klar sehen möchte, wird mit dem Ergebnis des ECOVACS WINBOT W3 OMNI zufrieden sein. Staub, Fingerabdrücke und leichter Straßenschmutz verschwinden im Alltag zuverlässig, die Glasfläche wirkt danach deutlich klarer. Also genau das, was ein Fensterroboter im Normalfall leisten soll.

Wichtig ist aber die Erwartungshaltung: Perfekt schlierenfreie Scheiben in jeder Lichtsituation sind nicht garantiert, vor allem an der Stelle, an der der Roboter seinen Durchgang beendet oder wendet. Bei stark vernachlässigten Fenstern empfehlen wir entweder zwei Durchgänge oder eine kurze Vorarbeit per Hand, um den gröbsten Belag zu entfernen. Der Fensterputzroboter ist eher als regelmäßiger Wartungshelfer gedacht, ganz ähnlich wie ein Saugroboter, weniger als einmalige Grundreinigung für Jahre des Nichtstuns. Wer den Bot aber alle paar Wochen laufen lässt, hält die eigenen Fenster dauerhaft auf einem mehr als nur vorzeigbaren Niveau, ohne selbst großartig schrubben zu müssen.

Nie wieder Pad waschen? Jein.

Die große Stärke des Systems ist die automatische Pad‑Wäsche, und sie funktioniert im Alltag tatsächlich so komfortabel, wie sie klingt: Pad-Halterung vom Roboter abnehmen, in die Station setzen, Knopf drücken, eine bis zwei Minuten warten, wieder anklipsen, fertig. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen, bei denen man die Tücher nach jedem Fenster am Waschbecken auswringen muss und danach wieder anbringen muss, ist das ein echter Komfortsprung und ein Alleinstellungsmerkmal des ECOVACS WINBOT W3 OMNI.

Vollautomatisch ist das Ganze aber trotzdem nicht: Ihr müsst die Pads manuell in die Station setzen und wieder entnehmen, den Frischwassertank regelmäßig nachfüllen und den Schmutzwassertank leeren, ganz so wie bei einem Saug- und Wischroboter. Außerdem sind die Pads fest mit einem Kunststoffrahmen verbunden, das erhöht die Folgekosten, weil irgendwann die gesamte Einheit ersetzt werden muss, nicht nur der textile Teil. Das muss euch nur bewusst sein, diese Teile können nicht in die Waschmaschine!

Sehr flexibel im Einsatz

Spannend für alle, die nicht überall Steckdosen in Fensternähe haben: Der ECOVACS WINBOT W3 OMNI kann sowohl kabelgebunden als auch im reinen Akkubetrieb genutzt werden. Grundsätzlich werden je nach Modus zwischen 70 und 130 Minuten Laufzeit genannt, im Schnellmodus sind Flächen um 100–120 m² mit einer Ladung realistisch, bevor der Weg zur Steckdose notwendig wird. Für große Glasfronten oder Wintergärten ist das absolut praxistauglich, bei extremen Flächen muss man mit Zwischenladungen planen.

Bei den Modi fährt Hersteller ECOVACS dick auf: Schnell, Tief, Gründlich, Rand, Punkt, Zone und Intensiv lassen sich je nach Verschmutzungsgrad und Fläche auswählen. Das macht das System anpassungsfähig. Im tatsächlichen Betrieb nutzten wir aber stets die vorgefertigten Modi am Gerät selbst. Mit etwa 68 dB(A) liegt der Geräuschpegel hörbar über Zimmerlautstärke, aber unter einem laufenden Staubsauger, und das ist für eine normale Wohnumgebung mehr als nur vertretbar.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI: Die Technik

Er ist für alle Fenster ab 30 x 40 cm geeignet, ob rahmenlos oder mit Rahmen. Sechs Sprühdüsen sorgen dafür, dass die knapp 80 ml des Wassertanks ordentlich über euer Fenster verteilt werden und alles sauber wird. Sein Netzkabel ist bis zu 5,5 Meter lang und lässt sich automatisch wieder einziehen, das Sicherheitsseil mit 1 Meter sorgt für zusätzliche Sicherheit. 

Mit einer Saugleistung von bis zu 3400 Pa saugt sich das Klettersystem rund um den ECOVACS WINBOT W3 OMNI ordentlich fest und wischt daher auch stark. Einen Quadratmeter schafft das Produkt in etwa eineinhalb Minuten im Schnellmodus. Die Abmessungen des Roboters betragen 27 x 27 x 7,6 cm bei einem Eigengewicht von etwa 2,1 Kilogramm.

Das Produkt ist unter anderem hier bei 0815, Expert, Red Zac und electronic4you erhältlich. Auf geht’s zu unserem Fazit!

Fazit: Für fesche Fensterflächen!

Rein von der technischen Seite ist der ECOVACS WINBOT W3 OMNI beeindruckend. Er zeigt, wohin sich die Produktkategorie entwickelt, und zwar weg vom reinen Scheiben-Abfahren hin zum durchdachten System aus Navigation, Randarbeit und Pad-Pflege. Auf großen, schwer erreichbaren Glasflächen spielt er seine Stärken voll aus, und die Vortex‑Wash‑Station ist aktuell das einzige Feature dieser Art auf dem Markt, das im Alltag tatsächlich einen messbaren Unterschied macht. Das passt perfekt zu all jenen, die ihre Fenster nicht nur einmal im Jahr, sondern im Rhythmus von ein paar Wochen auf einem hohen Niveau halten wollen. Wer in diese Zielgruppe fällt, reduziert durch das System den manuellen Aufwand deutlich, ohne ihn komplett zu eliminieren. Ja, man wird weniger putzen, managt dafür aber den Roboter und die Station.

Bei rund 699,- Euro (UVP, derzeit um 549,- Euro zu haben) ist der ECOVACS WINBOT W3 OMNI kein Impulskauf, sondern ein bewusstes Investment. Sinn ergibt das System vor allem dann, wenn ihr regelmäßig große Glasflächen pflegen müsst, etwa bodentiefe Fenster, Wintergärten oder große Spiegel. Zudem stoßen die Folgekosten für die Pad-Halterungen (die Wischtücher sind darauf fix verbaut) auf, und Sondergeometrien wie Türscharniere bringen den Bot an seine Grenzen. Aber dennoch: Alles ist besser, als selbst die Fenster putzen zu müssen. Wer mit diesen Eigenheiten des aktuellsten ECOVACS-Fensterreinigungsroboters leben kann, dem kann ich das Produkt nur uneingeschränkt empfehlen. Denn in Sachen Geschwindigkeit, Bedienungsfreundlichkeit und vor allem Komfort macht man diesem Produkt absolut nichts vor!

Wertung: 9.0 Pixel

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