Logitech Brio 300 Webcam im Test: Starke Ergänzung fürs Home Office

von Mandi 06.06.2026

Die Logitech Brio 300 ist eine 1080p-Webcam mit automatischer Beleuchtungskorrektur, USB-C-Konnektivität und Mikrofon mit Geräuschunterdrückung.

Über die Logitech Brio 300

Dank dem Hersteller durften wir in den letzten Wochen einen Blick auf das Gerät werfen. Was erwartet euch? Die Logitech Brio 300 (zur Produktwebsite) ist eine schicke, preislich faire Full-HD-Webcam, die vor allem für Videocalls im Homeoffice konzipiert ist. Sie wirbt grundsätzlich mit einem gutem Alltagsbild, einer praktischen Abdeckblende, hält aber bewusst vom Premium-Segment Abstand. Wer von der Laptop-Kamera upgraden will und eine USB‑C-Lösung mit Nachhaltigkeitsbonus sucht, ist hier sehr gut aufgehoben, wer einen Studio-Look und Top-Mikrofon will, sollte weiterlesen. Logitech positioniert das Produkt als kompakte 1080p-Webcam mit automatischer Lichtkorrektur, USB‑C-Anschluss und Mikrofon mit Geräuschunterdrückung.

Das ist gedacht für bessere Meetings, nicht für Streaming-Setups. Im Inneren arbeitet ein 2‑Megapixel-Sensor, der Videos mit maximal 1.920 × 1.080 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde aufnimmt, ergänzt um 70 Grad diagonales Sichtfeld und einen festen Fokus. Die Webcam wiegt rund 75 Gramm, hat ein fest angebrachtes 1,5‑Meter-USB‑C-Kabel und ist offiziell mit Windows, macOS und ChromeOS kompatibel. Wer es wissen will, sie ist für Zoom, Microsoft Teams und Google Meet zertifiziert. Logitech betont außerdem den Nachhaltigkeitsaspekt: Je nach Farbvariante bestehen 48 bis 62 Prozent des Kunststoffs aus recyceltem Material, die Kamera ist als CO₂‑neutral zertifiziert. Packen wir die Kamera zunächst erst einmal aus!

Erster Eindruck: Design mit Charakter

Optisch geht die Logitech Brio 300 einen eigenen Weg: Statt der typischen unauffälligen Leiste sitzt hier ein kleiner Kegel auf dem Monitor, dessen Vorderseite Linse, Mikrofon, Status-LED und die runde Sichtschutzklappe beherbergt. Die Rückseite läuft spitz zu und geht nahtlos in das fest angeschlossene Kabel über, das wiederum in einem USB‑C‑Stecker endet. Gleich vorweg, ein Adapter auf USB‑A liegt definitiv nicht bei, aber da alles ein Standard ist, könnt ihr die Cam natürlich auch mit derartigem Zubehör betreiben. Bei unserem Mac mini in der Redaktion war das nicht notwendig!

Das gesprenkelte Kunststoff-Finish ist kein Zufall, sondern die direkte Folge des Einsatzes recycelter Kunststoffe und wird von Logitech bewusst als Gestaltungselement genutzt. Erhältlich ist die Logitech Brio 300 in Grafit (unser Testgerät), Grauweiß und Rose, womit sie sich optisch eher an modern gestaltete Arbeitsplätze richtet als an klassische graue IT-Hardware. Der integrierte Monitorclip mit Gummierung hält an Notebook-Deckeln wie auch an externen Displays sicher, lässt sich nach vorne und hinten klappen, bietet aber weder eine Drehung nach links/rechts noch ein Stativgewinde.

Plug and Play!

Im Alltag verhält sich die Logitech Brio 300 ganz klassisch so, wie man es von einer Webcam erwartet: USB‑C einstecken, und unter Windows, macOS oder ChromeOS wird die Kamera ohne zusätzliche Treiber erkannt. Für den typischen Büroalltag ist die Plattformunterstützung sauber gelöst: Die Webcam ist offiziell für Zoom, Microsoft Teams und Google Meet zertifiziert und funktioniert in der Praxis auch in Browser-basierten Tools wie Webex oder Whereby problemlos.

In der Praxis bedeutet das: Wer bisher mit der integrierten Notebook-Kamera an lichtschwachen Arbeitsplätzen kämpft, hat mit der Logitech Brio 300 eine großartige Möglichkeit für ein Upgrade der eigenen Erscheinung, solange ein USB‑C‑Port verfügbar ist oder ein geeigneter Hub im Einsatz ist. Für die Feinjustierung bietet Logitech die Logi Tune‑App an, mit der sich Bildausschnitt, Farbtemperatur und Belichtung anpassen lassen. Die sehen wir uns gleich näher an!

Die App namens Logi Tune

Das ist bitte nicht zu verwechseln mit dem Riesenprogramm jenseits der 560 MB, das euch bei Trackballs erwartet. Oder doch? Der Installer der Logi Tune-App mit über 277 MB verheißt nichts Gutes, und tatsächlich: Nach der Installation befand sich die Logi Tune Version 3.13.138 auf meinem Mac mini mit sage und schreibe 632,6 MB. Und das für eine App, die bloß die Steuerung und Anpassung von Headsets und Webcams erleichtern will. Geht das wirklich nicht effizienter, Logitech? Denn von den Möglichkeiten her gibt sich die Logi Tune-App sehr leichtgewichtig. Nachdem euer Gerät erkannt wurde, könnt ihr das integrierte Mikrofon ein- oder ausschalten.

Unter dem Punkt Bildanpassungen gibt es schon ein paar coole Dinge zu sehen, wie etwa einen Flimmerfilter, automatische Belichtung, Kompensation für schlechte Lichtverhältnisse, einen automatischen Weißabgleich sowie Anpassungsregler für Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schärfe. Übrigens, es sind auch sieben vorgefertigte Filter mit dabei! Zu guter Letzt könnt ihr auch ein (finales?) Update der Firmware anstoßen, im Juni 2026 war es eins von 1.0.31 auf 1.0.37 (vom 13. Jänner 2023). Habt ihr das erledigt, stellt sich aber die Frage, ob der Mehrwert der App (also die Bildanpassungen beziehungsweise ihre Filter) die Größe von über 630 MB rechtfertigt?

Sauber bei Bild und Ton

Die nackten Eckdaten (Full HD bei 30 fps, 2‑MP-Sensor, 70° Bildwinkel) lesen sich unspektakulär, aber im Zielsegment zählt primär, wie gut das Bild in Teams & Co wirkt. Logitech kombiniert die Hardware mit RightLight‑2‑Technologie, die problematische Lichtverhältnisse automatisch ausgleicht und das Gesicht auch bei Gegenlicht oder dunklen Räumen sichtbar halten soll. Das funktioniert recht gut mit erstaunlich guter Schärfe, natürlichen Hauttönen und neutralem Weißabgleich. Der Blickwinkel von 70 Grad sorgt dafür, dass der Fokus klar auf einer Person vor dem Rechner liegt; das ist für Homeoffice-Situationen oft ideal, für kleine Gruppen im Raum aber weniger geeignet. Dieser Fokus ist so gewählt, dass Personen im typischen Abstand von 40–80 cm zur Webcam sauber dargestellt werden, ohne dass die Kamera zaubern muss.

Das ist perfekt für reguläre Arbeitsplätze ausgelegt, für Gruppen oder Unschärfe-Spielereien aber zu wenig. Beim Audio setzt Logitech auf ein einzelnes Mono-Mikrofon mit Geräuschunterdrückung und einer empfohlenen Sprechdistanz von rund 1,2 Metern. Für alltägliche Videokonferenzen ist das absolut ausreichend: Die Stimme kommt klar verständlich an, einfache Störgeräusche im Büro werden spürbar reduziert, und man bleibt jederzeit gut hörbar. Natürlich kann die Logitech Brio 300 nicht mit dedizierten USB-Mikrofonen mithalten, daher gilt hier ausdrücklich: Für Calls im Arbeitsleben ist der Klang okay, für semi-professionelle Podcasts, Streams oder Videoaufnahmen für die Ewigkeit ist ein separates Audio-Setup Pflicht. Als reine Cam jedoch macht dieses Produkt seine Sache wirklich gut!

Was noch aufgefallen ist

Neben der erwähnten App‑Integration via Logi Tune bringt die Logitech Brio 300 einige simple, aber alltagstaugliche Features mit: Die integrierte Sichtschutzblende lässt sich per Drehbewegung vor die Linse schieben und blockiert die Kamera mechanisch. Nicht nur für Paranoide, sondern generell ein vertrauensbildendes Detail in sicherheitssensiblen Umgebungen, wie ich finde. Eine kleine LED indiziert, wenn die Kamera aktiv ist, was gerade in Meetings mit mehreren Tools parallel (Teams, Browser, Aufnahme-Software) hilft, den Überblick zu behalten. Auf der Featureliste fehlen allerdings einige Dinge, die in höheren Preisklassen bereits Standard sind: Es gibt keinen HDR-Modus, keinen Autofokus, keine Hardware-Hintergrundunschärfe und auch keine Möglichkeit, die Kamera auf ein Stativ zu schrauben. Zoom oder Ähnliches gibt es nicht, wer den Bildausschnitt ändern möchte, macht das über den Sitzabstand oder die Software.

Auch interessant: Logitech positioniert die Brio 300-Serie klar als Teil der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Die Kamera ist carbon-neutral-zertifiziert, und der Kunststoffanteil des Gehäuses besteht je nach Farbe zu bis zu 62 Prozent aus recyceltem Material. Parallel dazu setzt das Unternehmen bei der Verpackung auf Papier aus FSC-zertifizierten Quellen und reduziert so den Einsatz von Neumaterialien über das gesamte Portfolio hinweg. Dieser Nachhaltigkeitsansatz ist kein isoliertes Feature der Brio 300, sondern Teil eines größeren Programms, mit dem Logitech nach eigenen Angaben bereits tausende Tonnen Neuplastik durch recyceltes Material ersetzt hat. Im konkreten Produkt zeigt sich das vor allem im „gesprenkelten“ Look, der sich bewusst von reinem Hochglanzplastik absetzt und die nachhaltige Herkunft nicht kaschiert. Dies stellt einen spannenden Kontrast zu vielen anderen, eher verdeckten Öko-Maßnahmen im Zubehörmarkt dar.

Logitech Brio 300: Technisches

Das A und O bei der Logitech Brio 300 ist die Kamera, die mit 2 Megapixel auflöst und euch Full HD (1920 x 1080 Pixel) oder 720p-HD (1280 x 720 Bildpunkte) bei 30 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Als diagonales Sichtfeld (dFOV) werden 70° angegeben, mit dabei sind ein fester Fokus sowie ein 1x Digitalzoom. Eine integrierte Abdeckblende sorgt für kompletten Schutz der Kameralinse beziehungsweise vor neugierigen Augen.

Angeschlossen wird das Gerät über USB-C, und die Reichweite des Mono-Mikrofons wird mit bis zu 1,22 m angegeben. Die Abmessungen der Logitech Brio 300 betragen 65,63 x 53,1 x 45 mm bei einem Eigengewicht von 74,6 Gramm inklusive Montageclip und Kabel. Was das fix verbaute Kabel angeht, die Länge davon beträgt 1,5 Meter. Softwareseitig waren bei unserem Produkt im Juni 2026 die folgenden Versionen aktuell:

App-Version: 3.13.138
Modell: Brio 300
Produkt-ID (PID): 0942
VID: 046d
EEPROM-Version: 0.37
CRC Version: 58E4
Sensorversion: 2.12
Firmware-Version: 1.0.37

Fazit: Leistbar und qualitativ

Preislich liegt die Logitech Brio 300 im unteren bis mittleren Segment: Offiziell liegt die UVP bei 79,99 Euro, häufig findet man das Modell aber bereits zwischen etwa 55 und 65 Euro im Handel. Damit positioniert sich die Webcam ideal als leistbares Produkt, das einen ordentlichen Mehrwert schafft. Im Vergleich zu integrierten Notebook-Kameras ist der Sprung bei Bild und Ton deutlich, besonders bei schwächerem Licht und in professionellen Konferenz-Tools. Alle im Homeoffice, Studierende, Lehrer:innen und kleine Unternehmen, die primär in Teams, Zoom und dergleichen unterwegs sind, bekommen eine zuverlässige, optisch ansprechende und nachhaltig gestaltete Lösung, die im Alltag einfach funktioniert.

Luft nach oben gibt es natürlich: Die fehlende horizontale Drehmöglichkeit, das nicht vorhandene Stativgewinde und das auf eine Person zugeschnittene Sichtfeld machen sie zur klaren „Ein-Personen-am-Schreibtisch“-Gerätschaft. Für Kreative, die 60-fps-Video, 4K-Auflösung oder fein steuerbare Bildprofile brauchen, ist das Modell einfach zu limitiert. Warum die optionale Logi Tune-Software allerdings über 630 MB Speicherplatz benötigt, wirft auch so einige Fragen auf. In ihrer gedachten Umgebung auf Ein-Personen-Schreibtischen, die unkompliziert an Videocalls teilnehmen wollen, ist die Logitech Brio 300 aber vor allem unter ihrer UVP eine sehr stimmige Wahl, an der man nur schwer vorbeikommt.

Wertung: 8.5 Pixel

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