WELOCK Smart Lock U81 im Test: Wer braucht noch Schlüssel?
Das WELOCK Smart Lock U81 verspricht, den klassischen Haustürschlüssel endgültig überflüssig zu machen. Sechs Wege ins Eigenheim, hält das Versprechen?
Schlüssel? War da was?
Wer kennt es nicht: Man steht vor der eigenen Haustür, die Einkaufstaschen schneiden in die Handflächen, und irgendwo ganz tief in der Jackentasche versteckt sich der Schlüssel. Oder war er doch in der Handtasche? Vielleicht auch im Auto? Genau dieses Drama will WELOCK mit dem Smart Lock U81 ein für alle Mal beenden. Das elektronische Türschloss ersetzt den klassischen Schließzylinder und bringt gleich ganze sechs verschiedene Öffnungsmethoden mit.
Diese sind Fingerabdruck, PIN-Code, RFID-Karte, Bluetooth-App, Alexa-Sprachbefehl (mit optionaler WIFIBOX3) und zur Not auch noch ein mechanischer Schlüssel. Das klingt nach der ultimativen Lösung für alle, die genug vom Schlüsselbund haben! Ich habe das WELOCK Smart Lock U81 nun eine Weile im Alltag getestet und dabei sowohl die sonnigen Seiten als auch die kleinen Schattenseiten dieses smarten Türschlosses kennengelernt. Packen wir das Produkt aus:
Über das WELOCK Smart Lock U81
Das Smart Lock U81 (zur offiziellen Website) ist kein Aufsatz, der auf euren bestehenden Schließzylinder montiert wird, sondern ein kompletter Ersatz. Das bedeutet: Ihr tauscht euren aktuellen Zylinder gegen das smarte Modell von WELOCK. Das mag erst einmal nach mehr Aufwand klingen, bringt aber einen entscheidenden Vorteil mit sich: Das Schloss sitzt komplett in der Tür und ragt nicht wie viele Konkurrenzprodukte innen heraus. Optisch bleibt eure Tür also weitgehend unangetastet, nur außen prangt das schicke Tastenfeld mit integriertem Fingerabdrucksensor.
Was die technischen Daten angeht, geizt WELOCK nicht: Bis zu 200 PIN-Codes, 100 Fingerabdrücke und 199 RFID-Karten kann das System speichern. Ihr könnt bis zu 10 Administratoren und 190 reguläre Nutzer verwalten. Also perfekt für Mehrfamilienhäuser, WGs, kleine Büros oder Ferienwohnungen, und besonders clever: Die Anti-Peep-Funktion erlaubt es euch, vor oder nach eurem echten Code beliebige Ziffern einzugeben. Neugierige Nachbarn, die heimlich über eure Schulter schauen, haben so keine Chance, euren Code zu erschleichen. Die Stromversorgung übernehmen vier AAA-Batterien, die laut Hersteller 10 bis 12 Monate durchhalten.
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Installation: Schneller als gedacht
Die Montage des WELOCK Smart Lock U81 ist überraschend unkompliziert. So ist die Installation in etwa 15 Minuten erledigt, und tatsächlich: Wer schon einmal einen Türzylinder gewechselt hat, kommt hier ruckzuck ans Ziel. Die einzige Schraube an der Seite der Tür wird gelöst, der alte Zylinder rausgezogen, der neue reingesteckt und wieder festgeschraubt, schon ist die Grundinstallation fertig. Das Gerät ist für Euro-Profilzylinder ausgelegt und passt bei Türstärken von 60 bis 115 Millimetern, mit den beiliegenden Distanzringen sogar schon ab 50 Millimetern. Im Internet hat es auch schon bei einer nur 40 Millimeter starken Tür funktioniert, das ist allerdings außerhalb der Spezifikation.
Nach dem mechanischen Einbau folgt die digitale Einrichtung. Ihr legt vier AAA-Akkus oder Batterien ein, schaltet das Gerät ein und wählt die Sprache. Das Standardpasswort „123456″ wird eingegeben, danach legt ihr euer eigenes fest. Schon könnt ihr die Tür mit eurem eigenen Code öffnen. Doch so richtig komfortabel wird es erst mit der kostenlosen WELOCK-App. Nach dem Download und der Bluetooth-Verbindung habt ihr Zugriff auf alle Funktionen: Fingerabdrücke anlegen, temporäre PIN-Codes erstellen, RFID-Karten hinzufügen und Zugriffsprotokolle einsehen. Die App ist übersichtlich gestaltet und führt euch Schritt für Schritt durch alle Einstellungen, selbst Ungeübte finden sich zurecht.
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WELOCK U81 im Alltag
Im täglichen Gebrauch zeigt das WELOCK Smart Lock U81, was es draufhat. Die Flexibilität bei den Öffnungsmethoden ist Gold wert: Bei einem Spaziergang mit den Kindern nehme ich nur das Smartphone mit und öffne per App. Nach dem Einkaufen, wenn beide Hände voll sind, genügt ein kurzer Fingertipp auf den Sensor. Abends beim Heimkommen gebe ich einfach meinen PIN-Code ein, während ich noch am Telefon bin. Diese Freiheiten gewöhnt man sich erschreckend schnell an und vermisst sie sofort, wenn man wieder eine normale Tür aufschließen muss. Besonders praktisch ist das Ganze für Familien: Jedes Familienmitglied bekommt wahlweise einen eigenen Code oder hinterlegt den eigenen Fingerabdruck, und in der App seht ihr genau, wer wann nach Hause gekommen ist.
Auch für Vermieter und Ferienwohnungsbesitzer ist das System ein Segen. Statt Schlüssel zu übergeben oder teure Schlüsseltresore anzuschaffen, erstellt ihr einfach temporäre PIN-Codes, die nach dem Check-out automatisch verfallen. Ich habe das während der Testphase ausprobiert und einem Bekannten für zwei Stunden Zugang gewährt. Das Erstellen des Codes dauerte keine 30 Sekunden, und nach Ablauf der Zeit war der Code automatisch ungültig. Genial! Auch die Notfall-Funktion überzeugt: Als ich mal testen wollte, wie es mit schwachen Batterien aussieht, konnte ich die Tür problemlos mit dem mechanischen Schlüssel öffnen. Die App hatte mich aber ohnehin schon Tage zuvor vor dem niedrigen Batteriestand gewarnt, in der Praxis werdet ihr also nie wirklich ausgesperrt.
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Was aufgefallen ist
So viel Lob für dieses Gerät, aber gibt es auch Minuspunkte? Nun, ein paar Einschränkungen sind aufgefallen, eine davon betrifft die Fingerabdruck-Erkennung. Im Test funktionierte sie zwar grundsätzlich zuverlässig, brauchte aber oft zwei oder drei Versuche. Das liegt daran, dass das System beim Abspeichern eines Fingerabdrucks nur fünf Aufnahmen macht. Wenn ihr den Finger dann nicht exakt in derselben Position auflegt, erkennt das Schloss ihn nicht. Meistens klappt es beim zweiten Anlauf, aber gerade bei Regen oder kalten Fingern im Winter kann das nerven. Die PIN-Eingabe ist da deutlich zuverlässiger und geht dank der gut fühlbaren, wenngleich etwas kleinen Tasten auch blind erstaunlich flott von der Hand. Ein weiteres Detail: Das Schloss ist mit 113,5 Millimetern höher gebaut als klassische Zylinder. Lieber vorher messen, bevor ihr euch für einen Kauf entscheidet! Wer sein WELOCK Smart Lock U81 ins Smart Home einbinden möchte, braucht die optionale WIFIBOX3 von WELOCK (hier geht’s zu unserem Test). Erst damit könnt ihr die Tür per Alexa-Sprachbefehl öffnen und von unterwegs aus der Ferne Zugang gewähren oder Benachrichtigungen erhalten.
Das Bundle aus U81 und WIFIBOX3 kostet 348,- Euro (UVP), also knapp 100,- Euro mehr als das Schloss allein. Im Test habe ich auf die Bridge verzichtet und das Gerät nur per Bluetooth genutzt. Das funktioniert einwandfrei, solange ihr in Bluetooth-Reichweite seid. Für die meisten Alltagsszenarien reicht das völlig aus. Nur wer wirklich Remote-Zugriff braucht, etwa für Airbnb-Vermietung oder um vom Büro aus die Tür für Handwerker zu öffnen, sollte die WIFIBOX3 in Betracht ziehen. Die App selbst ist natürlich lokal per Bluetooth nutzbar, ihr braucht keinen Cloud-Account, um das Schloss zu bedienen. Das ist aus Datenschutz-Sicht ein großer Pluspunkt. Alle wichtigen Funktionen (Codes anlegen, Fingerabdrücke speichern, Protokoll ansehen) funktionieren komplett offline. Nur für die Alexa-Integration und Remote-Funktionen müsst ihr euch mit der Cloud verbinden. Sicherheitstechnisch setzt WELOCK auf Bank-Verschlüsselung, und alle Zugriffe werden protokolliert. Ihr seht also in der App genau, wer wann die Tür geöffnet hat, ob per Code, Fingerabdruck oder Karte. Das gibt ein gutes Gefühl, gerade wenn mehrere Personen Zugang haben.
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Die Technik im Detail
Schauen wir uns die harten Fakten an: Der WELOCK U81 Electronic Door Lock Cylinder misst in der Standardvariante 60 bis 115 Millimeter in der Länge und ist 113,5 Millimeter hoch. Das Gehäuse besteht aus einer Kombination aus Edelstahl und PC-Kunststoff in Silber, was einen robusten und gleichzeitig modernen Eindruck macht. Mit einer IP65-Zertifizierung ist das Schloss gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Der Temperaturbereich von -25°C bis +60°C bedeutet, dass es sowohl im tiefsten Winter als auch im heißesten Sommer seinen Dienst verrichtet. Der Hersteller gibt an, dass das Schloss auf 100.000 Schließzyklen getestet wurde, das entspricht je nach Nutzungsverhalten zig Jahre.
Die Kapazitäten sind beeindruckend: 100 Fingerabdrücke, 200 PIN-Codes, 199 RFID-Karten und die Verwaltung von bis zu 10 Administratoren plus 190 regulären Nutzern. Das ist mehr, als die allermeisten jemals brauchen werden, aber die Flexibilität ist da und positioniert das Produkt auch im Business-Bereich, wer es braucht. Jeder PIN-Code ist 6-stellig, und dank der Anti-Peep-Funktion könnt ihr beliebige Ziffern davor oder dahinter eingeben, um Spione zu verwirren. Die vier AAA-Batterien (nicht im Lieferumfang enthalten) halten typischerweise bis zu 12 Monate, bei intensiver Nutzung entsprechend weniger. Eine Batteriewarnung via App gibt euch rechtzeitig Bescheid, bevor es kritisch wird.
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Fazit: Sehr zuverlässig und haltbar
Das WELOCK Smart Lock U81 ist im Alltag einfach praktisch. Die sechs Öffnungsmethoden decken wirklich jede Alltagssituation ab, und die Flexibilität bei der Nutzerverwaltung ist gerade für Mehrpersonenhaushalte Gold wert. Die Installation ist einfacher als gedacht, die App übersichtlich, und die Batterielaufzeit beeindruckend. Dabei ist es auch leistbar: Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 249 Euro bewegt sich das Gerät im mittleren Preissegment für smarte Türschlösser. Allerdings gibt es regelmäßig Rabattaktionen direkt im WELOCK-Shop: Mit Gutscheincodes wie etwa VD60 war das Schloss während der Testphase immer wieder für 189,- Euro zu haben. Das ist ein fairer Preis für die gebotene Funktionsvielfalt, besonders wenn man bedenkt, dass ihr sechs verschiedene Öffnungsmethoden in einem Gerät bekommt.
Nicht alles ist wunderbar: Die Fingerabdruck-Erkennung könnte präziser sein, und wer die Alexa-Integration und Remote-Funktionen möchte, muss für das Bundle mit der WIFIBOX3 348,- Euro (UVP) einplanen. Das ist schon eine Ansage, aber für Ferienwohnungen oder Büros mit hohem Nutzeraufkommen durchaus sinnvoll. Dennoch ist es eine Überlegung wert für alle, die den Schlüsselstress aus ihrem Leben verbannen wollen, aber kein Vermögen ausgeben möchten. Familien, WG-Bewohner, Ferienwohnungsbesitzer und kleine Büros bekommen hier ein smartes Türschloss, das im Alltag einfach funktioniert. Wer allerdings eine vollautomatische Lösung mit inkludierter Remote-Unterstützung oder extrem präzise Fingerabdruck-Erkennung benötigt, sollte sich nach teureren Alternativen umsehen. Alle anderen sehen sich dieses Gerät an!