RAM-Krise oder RAMageddon: Wann wird der Speicher günstiger?

von Mandi 29.06.2026

Alle elektronischen Geräte mit RAM werden teurer, und niemand ist davor gefeit. Laut Lenovo wird’s nicht mehr besser, aber ist das wahr?

Zum RAM-ageddon

Die Speicherapokalypse hat bereits die Preise für RAM und SSDs erreicht, da KI-Rechenzentren alle verfügbaren Bestände aufkaufen, und laut Jefferies Equity Research wird es nur noch schlimmer werden. Wie von Wccftech berichtet, werden die Speicherpreise im dritten Quartal 2026 voraussichtlich zwischen 40 und 50 % und im vierten Quartal um weitere 30 bis 40 % steigen, gefolgt von einem Anstieg von 40–45 % gegenüber dem Vorjahr im Jahr 2027. Jefferies prognostiziert nur eine Erholung dank der erhöhten Produktion im Jahr 2028, und selbst dann nur um etwa 15-20 %. Während der ehemalige Samsung-Chef Kyung-Hyeon Kye dank einer Zunahme der chinesischen Produktion ein früheres Ende der RAM-Krise vorhersagte, scheint es jetzt so, als würde das kaum etwas bringen. Derzeit spüren wir diesen RAM-Hype, der durch viele Rechenzentren (befeuert durch den KI-Boom) angefeuert wird, allernorts. Jeder neue PC, jede neue Grafikkarte, jedes neue Smartphone wurde in der letzten Zeit empfindlich teurer, und das wird auf absehbare Zeit wohl auch so bleiben. Es scheint, als würden die Leute ChatGPT liebend gern (gratis, versteht sich) benutzen, und dafür können sie sich halt kein neues Smartphone leisten. Lenovo hat gesagt, dass der Preis für Speicher wahrscheinlich „nie“ auf das Niveau zurückkehren wird, das vor dem Anstieg der Preise vor etwa einem Jahr schnell zu sehen war.

Das Elektronikunternehmen äußerte sich diese Woche während einer Präsentation von Geschäftsführer Martin Hiegl auf der ISC-Konferenz in Deutschland, wie von Computerbase berichtet. Hiegl teilte den Teilnehmern Berichten zufolge mit, dass die RAM- und NAND-Preise für lange Zeit nicht auf ihr vorheriges Niveau zurückkehren werden, selbst nachdem eine deutlich erhöhte Produktionskapazität implementiert wurde. Der Lenovo-Manager sagte, dass die Preise wahrscheinlich „nie“ auf das Niveau von vor einem Jahr zurückfallen werden. Der „nie“-Kommentar war jedoch angeblich übertrieben, und Hiegl bezog sich wahrscheinlich auf die nächsten fünf Jahre und etwas darüber hinaus. Kein Wunder, schließlich will Lenovo ja seine eigenen kommenden KI-PCs verkaufen und geht daher offiziell nicht davon aus, dass es mit der KI demnächst ganz schnell zu Ende gehen könnte. Denn während schon viele Leute KI nutzen, zahlen nur wenige dafür, und die massiven Rechenzentren müssen sich auch einmal rentieren. Grundsätzlich kann die KI-Blase nicht schnell genug platzen. Und angesichts der Tatsache, dass OpenAI im Jahr 2025 38,53 Milliarden Dollar verloren hat, gibt es zumindest eine gewisse Hoffnung an dieser Front. Es kann aber auch gut möglich sein, dass es so sein wird wie bei den Kosten fürs Bauen: Rund um die Covid 19-Pandemie explodierten die Materialkosten, und auch sie sanken nicht mehr…

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