MOUSE: P.I. For Hire Test (PS5): Rassiger Shooter im Noir-Stil
MOUSE: P.I. For Hire für PS5 ist ein stilistisch herausragender Noir-Shooter mit coolem Soundtrack!
Über MOUSE: P.I. For Hire
Dieser Titel kombiniert klassische 30er-Jahre-Cartoons mit rasantem Boomer-Shooter-Gameplay und Big-Band-Jazz. Worum geht’s? Ihr schlüpft in die Pfoten von Jack Pepper, einem Privatdetektiv und ehemaligen Kriegshelden, der in Mouseburg einer vermissten Person nachspürt. Wie es die Story so will, stolpert er in ein dichtes Geflecht aus Korruption, Entführung und Mord. Das Ganze ist als reiner Singleplayer-Shooter angelegt, dementsprechend fokussiert ist das Game.
Ton und Optik sind dabei klar definiert: MOUSE: P.I. For Hire versteht sich als „boomer shooter“-inspirierter Ego-Shooter, der die Ästhetik handgezeichneter Gummischlauch-Cartoons der 1930er mit der Adrenalin-Kurve moderner Action verbindet. Statt bunter Comic-Explosionen gibt es monochromes Schwarzweiß, Gummigliedmaßen und überzeichnete Cartoon-Brutalität, all dies inklusive Jazz-Begleitung, die das Film-noir-Gefühl konsequent unterstreicht.
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Willkommen in Mouseburg
Mouseburg ist mehr als bloße Kulisse: Die Stadt ist ein eigener Charakter, voll von schmierigen Gangs, korrupten Cops und allerlei zwielichtigen Nager-Gestalten, die sich in jeder Gasse verstecken könnten. Die Story startet als scheinbar kleiner Vermisstenfall, eskaliert aber schnell zu einer Verschwörung, die euch quer durch die gesamte Stadt führt.
Die Erzählung setzt auf klassische Noir-Motive, da gibt es keine Überraschungen: Vom abgebrühten Ermittler über den Sumpf aus Korruption bis hin zu Intrigen, die bis tief in die Institutionen von Mouseburg reichen. Dass Troy Baker Jack Pepper seine Stimme leiht, verstärkt den Eindruck einer liebevollen Hommage an Detektivfilme und alte Zeichentrickstreifen zusätzlich.
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Fast schon Parkour!
Spielerisch setzt MOUSE: P.I. For Hire auf schnelles FPS-Gameplay, bei dem Stillstand praktisch gleichbedeutend mit Tod ist. Richtig: Konstante Bewegung ist ausdrücklich Teil des Konzepts. Über 20 Level warten insgesamt darauf, im Laufschritt, Wall-Run und mit Doppelsprung durchquert zu werden, während ihr euch durch Mäuse-, Ratten- und Spitzmaus-Gegnerhorden ballert.
Mit fortschreitender Kampagne schaltet ihr zusätzliche Bewegungsoptionen frei: Wall-Run, Doppelsprung, Gleit-Manöver und ein Greifhaken erweitern euer Sortiment und eröffnen euch neue Wege. Dieser Metroidvania-inspirierte Ansatz sorgt dafür, dass bekannte Areale später neue Geheimnisse offenbaren, sobald ihr das passende Bewegungsupgrade im Repertoire habt.
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Geladene Action
Jack Peppers Arsenal deckt über ein Dutzend Waffen und Gadgets ab. Euch erwarten klassisch scheppernde Maschinengewehren bis hin zu experimentellen Cartoon-Schießprügeln, die eher nach Slapstick als nach Kriegsgerät aussehen. Die Ballerei fühlt sich bewusst arcadig an, mit knackigem Treffer-Feedback und Gegnern, die in bester Zeichentrick-Tradition überdreht reagieren.
Dazu kommen konsumierbare Power-ups, die im entscheidenden Moment das Blatt wenden können. Das Ganze gibt’s inklusive Spinat-Buffs, die direkt an die überzeichnete Cartoon-Logik der Inspirationsquellen wie Popeye erinnern. In Kombination mit den Bewegungsfähigkeiten entsteht ein Spielfluss, der euch ständig dazu motiviert, aggressiv zu spielen, statt Deckungsschach zu betreiben.
MOUSE: P.I. For Hire: Die Technik
Optisch ist MOUSE: P.I. For Hire radikal: Der Stil ist ganz schwarz-weiß gehalten und sprüht vor Charme. Das verleiht dem Spiel einen Vintage-Look, der von klassischen 30er-Jahre-Cartoons inspiriert ist und sich sehr bewusst vom bunt überladenen AAA-Mainstream absetzt. Nicht nur Figuren, auch Umgebungen und Effekte sind stilistisch aus einem Guss, was den Eindruck eines interaktiven Zeichentrickfilms vermittelt. In Verbindung mit den harten Schatten, Nebel und Lichtkegeln der Stadt entsteht ein Noir-Flair, das sich wie eine spielbare Hommage an alte Detektivstreifen anfühlt.
Der Soundtrack orientiert sich konsequent an Big-Band- und Jazz-Orchesterklängen. Die Musik treibt die Action-Szenen an und unterstützt gleichzeitig die investigative Seite des Spiels, wenn ihr euch schleichend durch Hinterhöfe und Flure bewegt. Die PS5-Fassung unterstützt die Stärken des DualSense: Vibration und Triggereffekte werden gezielt für Waffen und Effekte eingesetzt, können auf Wunsch aber auch vollständig deaktiviert werden. Für Barrierefreiheit sorgen einstellbare Schwierigkeitsgrade, Controller-Remapping-Optionen, individuelle Lautstärkeeinstellungen sowie Untertitel für Gesagtes.
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Spaßiger Cartoon-Shooter
MOUSE: P.I. For Hire ist ein angenehm fokussierter Singleplayer-Shooter, der vor allem durch seinen kompromisslosen Stil, das rasant-bewegliche Gameplay und den jazzigen Noir-Charme überzeugt. Wer etwas mit der Idee eines handgezeichneten Schwarzweiß-Shooters anfangen kann, bekommt auf PS5 einen Genre-Vertreter, der sich spürbar von der Konkurrenz abhebt.
Die Action kommt aber mit ihren ganz eigenen Herausforderungen, der Schwarz-Weiß-Stil ist nicht immer ganz passend für einen Shooter und ihr könnt zwar Erkundungen anstellen, die aber kaum Konsequenzen mit sich tragen. Falls ihr Lust auf eine lineare Kampagne mit klarer künstlerischer Vision habt, solltet ihr MOUSE: P.I. For Hire eine Chance geben.